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Das Karriere-Ende? Frankfurter
Abel positiv auf Kokain getestet

Von Michael Löffler

Frankfurt. Der Frankfurter Maximilian Abel, nach Alexander Waske und Rainer Schüttler der derzeit renommierteste hessische Tennisspieler, ist des Dopings überführt worden. Bei einem Turnier Ende September 2007im französischen Metz wurde der Blondschopf positiv auf Kokain getestet. Die A- und B-Probe wiesen ein eindeutiges Ergebnis aus. Dem 26-Jährigen droht eine zweijährige Sperre.

Abel bestätigte mittlerweile den positiven Befund, will auch mit der Internationalen Tennis Federation (ITF) kooperieren, doch wie er Freunden gegenüber sagte, „nicht, weil ich schuldig wäre, sondern weil es aussichtslos wäre, die Unschuld zu beweisen.“ In den Wochen vor dem Befund sei er immer wieder bei Turnieren getestet worden, stets negativ. Wie das Koks in seinen Körper gelangt sein soll, wisse er nicht, doch ihm sei klar, dass jeder Sportler für seinen Körper verantwortlich ist. Sein letztes Turnier spielte Abel (GW Wiesbaden) im Oktober in Helsinki. In der Weltrangliste ist er von Rang 183 im Jahr 2003 auf Nummer 953 abgestürzt. Ob er seine Karriere fortsetzen wird, ist unklar.

„Vielleicht hilft ihm die Pause, den Druck abzubauen, in sich zu gehen und dann noch einmal ernsthaft mit dem Tennis anzufangen“, hofft sein langjähriger Freund und Trainer Marcus Schneider. Abel, so Schneider weiter, habe ein riesiges Talent, das er allerdings regelrecht verschleudert habe. „Ihm fehlte stets die Disziplin, der klare Kopf außerhalb des Courtes.“

Unter Kollegen hat Abel nicht nur Freunde. In der Hessenliga gibt es Vereine, in denen Spieler erklärten, im Falle einer Verpflichtung Abels sofort den Verein zu wechseln. Früher war das anders. Mit fünf Jahren spielte „Maxi“ beim TC Rot-Weiß Neu-Isenburg, wo auch sein Vater Jochen und der ältere Bruder Robert aktiv waren. Abel stach durch sein Talent heraus. Als Jugendlicher trainierte er sechs Jahre lang jeweils über Ostern drei Wochen in der berühmten Harry-Hopman-Tennisschule in Florida. Abel war ein Kandidat für das Mercedes-Nachwuchsteam von Boris Becker. 1999 stieß er in Miami beim Orange Bowl, der inoffiziellen Junioren-WM, bis ins Finale vor. Sein Gegner: Andy Roddick (USA), der aktuelle Weltranglisten-Sechste. Ausgerechnet zu diesem Spiel kam Abel zu spät, weil er verschlafen hatte. Ohne sich eingespielt zu haben, verlor er 1:6, 7:6, 4:6. Mit einer richtigen Vorbereitung wäre womöglich mehr drin gewesen.

Danach sagte er dem Mercedes-Team ab, ließ sich von der US-Agentur IMG von Mark McCormick vermarkten und wurde Profi. Ein Jahr lang trainierte er mit Schüttler im Team von Dirk Hordorff, dann kam er zurück zu Marcus Schneider. Doch selbst sein guter Freund, der ihn von Klein auf kennt, hielt es mit Maxi nicht lange aus. 2003, unmittelbar vor dem Finale der Deutschen Meisterschaft, trennte sich der Trainer von seinem Schützling. Stunden später holte Abel den Titel. Drei Jahre wechselten beide kein Wort miteinander. Mittlerweile trainiert Marcus Schneider ab und zu wieder mit Maxi, begleitete ihn auch Mal zu Turnieren. „Er ist niedergeschlagen, alle trampeln nun auf ihm herum. Wenn er Hilfe braucht, werde ich ihm helfen. Aber er muss es wollen, seine mentale Einstellung ändern.“


Ein schlampiges Talent

VON ANNETTE SEITZ


Sperre droht (dpa)
Maximilan Abel steht unter Dopingverdacht. Der Profi-Tennisspieler aus Offenbach soll Ende September bei einem Turnier im französischen Metz positiv auf Kokain getestet worden sein. Das Verfahren des Internationalen Tennis-Verbandes (ITF) soll allerdings noch laufen, ein endgültiges Urteil steht deshalb noch aus.

Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, könnte der 26-Jährige für zwei Jahre vom Wettspielbetrieb ausgeschlossen werden. Allerdings wollte der Deutsche Tennis Bund (DTB) die Vorwürfe gestern nicht bestätigen. "Dem DTB liegt keine offizielle Mitteilung des zuständigen Tennis-Weltverbandes ITF vor", sagte der Sprecher des Verbandes, Oliver Quante. Jedoch soll der Vater von Maximilan Abel, dessen Sohn zur Zeit noch beim Hessenligisten BTC GW Wiesbaden unter Vertrag steht, dem Verein bestätigt haben, dass ein Dopingverfahren gegen Maximilian Abel läuft.


Die drohende Sperre des 26-Jährigen könnte der traurige Schlusspunkt einer Karriere sein, die geprägt war von zahlreichen Rückschlägen. Abel, dessen Stern 1999 als Finalist bei der inoffiziellen Junioren-Weltmeisterschaft in den USA, dem Orange Bowl, aufging, galt als eines der größten Talente im deutschen Tennis. Noch im Jugend- und Juniorenalter brachte der Frankfurter regelmäßig konstante Leistungen, zählte zeitweise sogar zu den besten fünf Junioren der Welt. Mit 17 Jahren stieg er ins Profigeschäft ein, doch der große Durchbruch wollte ihm nicht gelingen. Abel wechselte häufig seine Trainer, galt als schlampiges Genie, das seinem Beruf nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit nachgeht.


In der Rangliste abgerutscht

Erst als sich Dirk Hordorff, der Trainer von Daviscup-Spieler Rainer Schüttler, seiner annahm, stabilisierte er sich zumindest sportlich und festigte seine Position unter den Top 200 der Welt. Doch die Zusammenarbeit war nicht von Dauer, die Wege des Duos trennten sich wieder und Abel rutschte in der Weltrangliste immer mehr ab. Aktuell wird er auf Position 953 geführt.

Mehrfach wurden dem 1,91 Meter großen Rechtshänder menschliche Defizite vorgeworfen. So soll der deutsche Meister von 2003 ein schwieriger Charakter und schwer zu führen sein, sich zudem durch sein undiszipliniertes Verhalten außerhalb des Tennisplatzes immer wieder in Schwierigkeiten gebracht haben.

Bertrand Kaus, der Sportwart des GTC BW Wiesbaden, zeigte sich gestern erschüttert, aber auch verärgert: "Wir sind bitter enttäuscht", kommentierte er die Nachrichten. "Wir sind von Maximilian Abel nicht informiert worden, haben seit Längerem schon keinen Kontakt mehr. Das ist alles sehr traurig."
 
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