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Old 11-23-2004, 09:52 AM   #16
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Default Re: Kiwi interview

Interview of a printed magazine ("Spiegel") with Nicolas Kiefer, back in March 1998.

German original version:

Quote:
"Ich darf nicht nett sein"

Deutschlands bester Tennisspieler Nicolas Kiefer über sein Daviscup-Debüt, den Vorwurf der Arroganz und sein Verhältnis zu Teamchef Boris Becker.

Herr Kiefer, Sie sind seit einem knappen Jahr Profi. Wird das Daviscup-Spiel gegen Südafrika am Wochenende das bisher größte Ereignis Ihrer Karriere?

Nein, aber es wird wieder etwas Neues. Ich spiele seit Jahren für mich allein, doch im Daviscup ist es herzlich egal, wie der einzelne spielt - die Mannschaft braucht drei Siege. Ich werde sicherlich ein kribbliges Gefühl im Bauch haben, es ist eine Herausforderung und ein Riesenspaß.

Als Dienst am Vaterland, als patriotische Pflicht verstehen Sie die Nominierung durch Teamchef Boris Becker nicht?

Als Ehre und Auszeichnung, das schon. Aber die Daviscup-Wochenenden liegen halt mitten in den Turnieren drin. Direkt in der Woche nach dem Hallen-Match gegen Südafrika ist ein Hartplatz-Turnier, und das würde ich gerne spielen. Es gäbe einfach bessere Termine. Ich werde vor der nächsten Daviscup-Runde ja sehen, welche Turniere anstehen.

Soll das heißen, daß Becker in den kommenden Jahren nicht in jedem Fall mit Ihnen rechnen kann?

Mein Ziel ist es, in der Rangliste nach oben zu kommen. Und den Unterschied machen in der Weltspitze Nuancen aus - zwischen zwei Hartplatz-Turnieren Daviscup auf Sand zu spielen kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Ich werde künftig immer von Spiel zu Spiel entscheiden.

Tennisprofis müssen Egoisten sein?

Nicht im Privatleben, aber im Beruf. Das ist ja gerade die Stärke der Guten.

Deshalb sind die mitunter einsame Menschen.

Ich bin nicht einsam. Für mich ist dieses Leben bisher sehr angenehm. Mir fehlt nichts. Nur wenn ich ein schönes Tiramisu sehe, überlege ich automatisch: Ißt du das jetzt, oder verzichtest du? Denn wenn ich es esse, werde ich ein bißchen langsamer laufen.

Sie haben 1997 Abitur gemacht. Wieviel Kontakt pflegen Sie noch zu den alten Freunden?

Wenig, "Freundschaft" ist sowieso ein gutes Thema. Schon in der Schule war stets auch Mißgunst im Spiel. Da habe ich hintenrum erfahren, daß Leute gefragt haben, warum denn der Kiefer, der soviel unterwegs ist, sein Abi machen darf. Das ist schon eigenartig, wie die Menschen reagieren, wenn einer Erfolg hat. Mit manchen Lehrern habe ich mich gut verstanden; die haben mir Hilfe angeboten. Ich durfte zum Beispiel Klausuren, die ich wegen Turnieren versäumt habe, nachholen. Aber dann gab es auch Lehrer, die kein Verständnis für meine Situation hatten. Und die versuchten mir eins auszuwischen.

Woran lag das?

Purer Neid, glaube ich.

Darüber klagt die deutsche Prominenz gern.

Ja klar, ich weiß ja selber, daß es mir besser geht als denen, die nun keine Arbeit finden. Andererseits habe ich sehr viel für mein Tennis getan. Jetzt habe ich etwas erreicht und komm' gut in der Welt rum. Aber ich kann sagen, daß ich es mir eigentlich verdient habe. Viele Leute denken: "Der hat Glück gehabt." Aber ich glaube, das hat nichts mit Glück zu tun. Ich habe es mir erarbeitet.

Sie haben sich in den vergangenen Monaten den Ruf eines coolen Jungen erworben, sehr begabt, aber im entscheidenden Moment ein wenig nervenschwach. Trifft das zu?

Natürlich nicht. Solche Niederlagen wie in Australien ...

... wo Sie im Viertelfinale gegen den Franzosen Nicolas Escudé 6:4, 6:3 geführt und dann noch verloren haben ...

... gehören einfach dazu. Viele haben da gesagt: ob der Kiefer noch mal den Anschluß findet? Aber ich hab's bewiesen.

Sie sind jedoch wie schon in Wimbledon kurz vor einem großen Triumph gescheitert. Was fehlt Ihnen noch?

Ich habe mich kurz vor Schluß ein bißchen zurückgezogen und war mir vielleicht zu sicher. Man denkt zuviel. Man muß aggressiv drauflosspielen und nicht soviel überlegen.

Sie haben nun Beckers ehemaligen Trainer Bob Brett verpflichtet. Woran arbeiten Sie mit ihm?

Bob Brett kann mir alles beibringen, was mir noch fehlt, weil er seit 18 Jahren auf der Tour ist und 23 Spieler betreut hat.

Becker streckte einst die Waffen, weil ihm das Training mit Brett zuwenig Spaß machte.

Es ist bisher optimal. Schon nach der ersten Woche habe ich gespürt, daß es anders ist als alles, was ich kannte, viel professioneller. Wir sprechen nach jedem Training über Fitneß und Ernährung. Die Übungen sind intensiver, die Intervalle höher. Es ist alles neu für mich und sehr, sehr anstrengend. Aber ich weiß, daß es sich lohnen kann. Seit ich in Toulouse mein erstes Turnier gewonnen habe, bin ich sicher, daß ich es wirklich schaffen kann. An eine Grenze bin ich noch nicht gestoßen.

Es gibt Leute, die sagen, Sie hätten sich verändert, seit Sie Erfolg haben. Sie seien nun abweisend und arrogant.

Ich habe diesen Ruf, aber er ist ungerecht. Ich lebe zwei Leben. Ich bin offen, nett, fröhlich - im Privaten. Auf dem Tennisplatz muß ich mich anders verhalten, sehr diszipliniert arbeiten, damit ich ganz nach oben komme. Für die nächsten zehn Jahre steht Tennis an erster Stelle, weil es mit 30 vorbei ist.

Muß man besessen sein?

Sicher. Ich war früher ein ganz entspannter Junge und habe alles mögliche gemacht: Fußball, Basketball, Tennis, Tischtennis, Blockflöte und Klavier. Aber seitdem ich ein bißchen erfolgreich bin, hat es sich geändert. Jetzt gilt meine Konzentration nur noch dem Tennis.

Wie gehen die etablierten Kollegen mit Shooting-Stars wie Ihnen um?

Am Anfang habe ich ja selbst nur ganz leise "Hallo" gesagt. Manche grüßen inzwischen, manche nicht. Der Respekt nimmt jedenfalls zu. Einmal kam der Sampras und wollte mit mir trainieren - er war sehr locker und hat ein paar Späßchen gemacht. Mir hat schon dieses Training zusätzliches Selbstvertrauen gegeben.

Weil es bedeutet, daß Sie dazugehören?

Ja, klar. In erster Linie wollen diese Top-Spieler natürlich testen, wie ich spiele und meine Schwächen herausfinden. Ich bin eben ein neues Gesicht.

Hat Sampras Ihnen etwas beigebracht?

Diese Leute geben keine Tips, die verraten ihre Sachen nicht. Und ich mache das Spiel gerne mit; irgendwen brauche ich ja zum Trainieren.

Was haben Sie über Sampras und die anderen inzwischen gelernt?

Das sind ganz normale Menschen, die auch nur mit Wasser kochen. Der Unterschied ist, daß die ein bißchen konstanter spielen. Aber wir haben jetzt eine Umbruchphase, und ich hoffe, daß ich in der neuen Hierarchie oben dabeisein kann. Ich würde mich, glaube ich, nicht damit zufriedengeben, auf Dauer zwischen Platz 6 und 14 rumzutingeln. Mein Ziel ist es, mal ganz oben zu stehen.

Hassen die anderen Sie?

Warum sollten sie? Ich will ja nur gewinnen. Aber manchmal wird es persönlich. Es gibt Spieler, die heftige Wörter gebrauchen.

Hassen Sie Ihre Gegner?

Hassen ist das falsche Wort. Aber schließlich will ich, daß mein Gegner verliert. Da darf ich nicht nett zu ihm sein. Es ist immer ein Duell. Da kann ich nicht sagen: "Hör mal, super, du bist mein Freund, ich schenke dir ein paar Punkte." Ich muß den Gegner einschüchtern.

Thomas Muster sagt, er genieße auf dem Tennisplatz seine sadistische Ader.

Ich kann's nachfühlen. Mir macht's auch Spaß, wenn ich sehe, daß der andere Probleme bekommt und es am Ende nicht mehr schafft, den Ball rüberzubringen.

Sie führen Gegner gern vor?

Ich spiele leider so. Ich spiele gern "Stop and Lob", also erst einen kurzen Ball, damit er ans Netz kommt, und dann einen langen auf die Grundlinie. Es ist wie eine Karussellfahrt. Mir macht es Spaß, mit ein paar Leutchen Witze zu machen.

Wenn die darüber nicht lachen können, ist es deren Problem?

Ja, genau, Hauptsache, ich habe meinen Spaß dabei. Aber ich lache ja auch, wenn das einer mit mir macht. Dann hänge ich in der Ecke wie ein Boxer, mein Herz klopft, und schon geht es in die nächste Runde. Das ist der Sinn des Ganzen.

Sie haben in zwei Jahren drei Trainer verbraucht. Das erinnert an Becker: Wenn Menschen nicht mehr helfen können, werden sie abgestoßen.

Ich bin allen Trainern dankbar, weil mich jeder von ihnen auf einen neuen Level gebracht hat. Aber manchmal ist es halt Zeit, einen Schnitt zu machen und unabhängig zu sein. Beckers Mercedes-Team zum Beispiel war eine Weile sehr gut für mich, aber ich brauchte dann einfach einen eigenen Trainer, und ich wollte mich selbst vermarkten dürfen; es gab da einen Vertrag, den ich nicht unterschreiben wollte.

Glauben Sie, daß Sie Becker ähnlich sind?

Nee. Ich will auch mit so einer Aktion nicht besonders stark oder so ähnlich wie Boris sein, ich will nur das Beste für mich. Ich will jeden Tag genießen und mich nicht öffentlich rechtfertigen müssen.

Stört Sie das Image, ein cooler Vertreter einer coolen Generation zu sein?

Was ist Image? Wenn ich auf dem Platz stehe, sagen die Leute, da steht Andre Agassis Nachfolger; aber ich bin kein toter Agassi, den kann man ja nicht klonen. Und weil ich die neue deutsche Nummer eins bin, werde ich mit Boris verglichen. Es geht nie um mich, es hat mit anderen Leuten zu tun, die vor mir da waren. Und weil ich sehr konzentriert bin und nicht herumhüpfe wie ein Sunnyboy oder lache wie Martina Hingis, bin ich also arrogant.

Und Sie glauben, daß das nichts mit Ihnen zu tun hat?

Viele Leute wollen mich irgendwo einordnen und unterordnen. Sie geben sich keine Mühe, mich zu verstehen.

Es gab da einen Eklat beim Turnier in Dubai ...

... als geschrieben wurde, ich sei unreif. Wollen Sie wissen, was da wirklich war? Ich habe über eine Antwort nachgedacht und aus dem Fenster geschaut, und dann hat einer geschrieben, daß ich Gesprächspartnern nicht in die Augen schaue, und dann schrieb der nächste, ich sei unreif. Es stand überall, aber da stimmte gar nichts, von vorne bis hinten.

Vielleicht wirken Sie ja aus Angst vor Fehlern manchmal rotzig.

Ich habe da keine Angst. Ich rede nicht gerne. Ich sage: "Ich bin nett", und sie denken: "Der ist blöd." Das ist nicht fair.

Sie sind bei Nike unter Vertrag und werden als lässiger Junge vermarktet.

Ich trage Sachen, die ein bißchen weiter geschnitten sind, okay.

Nike macht Kunstfiguren aus seinen Athleten: Agassi ist rebellisch, Sampras ein Gentleman. Und Sie spielen mit und fördern das Image, das Sie angeblich nicht wollen.

Soweit bin ich noch nicht. Wenn ich irgendwann eine eigene Nike-Kampagne machen könnte, würde ich es mit Sicherheit tun, klar. Ich weiß, daß das mit dem Image schwierig ist. Ich glaube, ich will nur mitbestimmen, was mit mir passiert.

Himmeln Sie deswegen den Basketballer Dennis Rodman an?

Es ist cool, wie er sich verkauft. Aber die Tattoos, die 5000 Ohrringe, hier ein Piercing, da ein Piercing - das sind ja Schmerzen, das ist keine Herausforderung für mich.

Ist er sportlich ein Vorbild?

Vor allem schaue ich mir gerne an, wie er seine Gegner einschüchtert. Vor dem Rebound springt er ihnen erst einmal auf den Fuß. Das ist gut, wenn man den Gegnern etwas Angst zuführt.

Das war auch Beckers Spezialität. Wie ist jetzt Ihr Verhältnis zum neuen DTB-Teamchef?

Ich habe noch nicht viel mit ihm zu tun gehabt, seit er in dieser Rolle ist. Was soll ich sagen? Seine Freunde Charly Steeb und Stefan Schaffelhuber sind jetzt Kapitän und Trainer, und damit ist alles in einer Hand.

Ein Vorteil oder ein Nachteil?

Wir müssen erst einmal abwarten, wie sich die Mannschaft entwickelt. Ich glaube aber, daß auch der Niki Pilic seinen Job sehr gut gemacht hat.

Täuscht der Eindruck, daß Ihre Beziehung zu Becker seit Ihrem Austritt aus seinem Mercedes-Team abgekühlt ist?

Es ist nicht mehr so wie früher. Das finde ich sehr schade, denn ich habe mich 100 Prozent für das Mercedes-Team eingesetzt. Ich bin Boris dankbar für seine Hilfe. Als ich mich in Stuttgart verletzt habe, hat er mich nach München zum Arzt gefahren. Das macht nicht jeder. Als ich im Team war, war unser Verhältnis sehr gut.

Aber er konnte es nicht gut aushalten, daß Sie ausgestiegen sind?

Er hätte mich natürlich lieber im Mercedes-Team behalten. Aber dann war er auch positiv beeindruckt, weil ich meinen Weg gegangen bin. Boris hat sich nicht mehr bei mir gemeldet; das finde ich ein bißchen komisch, weil das von einem Punkt auf den anderen aufgehört hat. Aber er hat ja gerade viele andere Dinge zu tun.

Becker und Steeb versuchen eine Aufbruchstimmung zu erzeugen: Ein junges Team mit junger Führung, so lautet ihre Botschaft, steht vor einer großen Zukunft.

Man muß natürlich versuchen, diesen Teamgeist aufzubauen. Man sieht ja, wie es bei den Spaniern ist: Die hängen den ganzen Tag zusammen. Aber man kann nicht erzwingen, was zehn Jahre nicht da war. Eine Mannschaft muß zusammenwachsen, und das braucht Zeit.

Immerhin setzt Becker gemeinsame Trainingslager an, und das ist neu.

Klar, und als wir alle in Marbella waren, war es auch bestens. In den Regenpausen haben wir viel miteinander geredet; das gab es früher kaum.

Goellner, Prinosil, Dreekmann sind trotzdem nicht Ihre besten Freunde?

"Tour-Freunde" würde ich sagen. Auf Turnieren trainieren wir zusammen, aber ansonsten habe ich kaum Kontakt zu ihnen.

Sie wirken nicht gerade, als ob Sie die Nähe der Landsleute suchen würden.

Warum auch? Ich habe nichts gegen sie, aber es gibt eine Rivalität zwischen den Spielern, immer, ohne Ausnahme. Es gibt keine Freunde in diesem Spiel.

Vermutlich hat es dem Gruppengefühl auch nicht weitergeholfen, daß Haas den Kollegen neulich unterstellt hat, zu schnell mit zu wenig zufrieden zu sein.

Der Tommy ist ein guter Spieler, der sehr kräftig geworden ist und viel an sich arbeitet. Aber es ist schwierig mit ihm. Er ist bei Nick Bollettieri in Amerika, man hat sehr wenig Kontakt zu ihm. Natürlich haben die anderen sich über diese Aussagen aufgeregt, denn was heißt schon "schnell zufrieden"? Jeder von uns will nach oben, jeder war schon mal irgendwo in einem Halbfinale. Doch viel erreicht haben wir alle noch nicht.

Werden Haas und Kiefer irgendwann eine ähnliche Rivalität pflegen wie einst Becker und Stich?

Ich hoffe nicht. Rivalen werden wir auf dem Platz immer sein. Ich habe mit Tommy keine Probleme. Wir verstehen uns gut. Bei Boris und Michael fing das ja erst mit diesem Wimbledonfinale 1991 an - und bis Tommy und ich beide Wimbledon gewonnen haben, dauert es noch ein bißchen.

Herr Kiefer, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

__________________________________


This is a tranlated version of an interview of printed magazine in March 1998:

English version:

Quote:
"I may not be nice"

Germany's best tennis player Nicolas Kiefer about his Davis Cup debut, his accusal of being arrogant and his relationship to Boris Becker.

Herr Kiefer, you are since about a year tennis pro now. Will this Davis Cup tie against South Africa next week-end be the greatest event in your career so far?

Kiefer: No, but it will be something different. I'm playing alone for years, but in Davis Cup it doesn't matter much how the individuum is playing - the team needs three wins. I'm certainly going to have a jumpy feeling in my stomach, it's a challenge and it's fun.

Don't you see the nomination by team captain Boris Becker as a duty and service for your country?

As an honour, yes. But the Davis Cup week-ends are in the middle of the tournaments. Right the next week after the indoor match against South Africa is a hardcourt tournament that I would like to play. There would be simply better dates. I'm going to see what tournaments are around the next Davis Cup round.

So this should mean that Becker cannot always expect you to play the following years?

My goal is to improve my rankings. And very little things are making the difference among the top players - I couldn't imagine very well playing a Davis Cup tie on clay between two hardcourt tournaments. I am going to look from match to match in the future to decide then.

Do tennis pros have to be egoists?

Not in private life, but at job. And that's what is the strength of the good ones.

And that's why they are lonely people?

I don't feel lonely. For me this is life is enjoyable so far. I don't miss anything. Only when I see a good Tiramisu, I'm thinking automatically: Do you eat it now or can you resist? Because if I eat it, I will run a bit slower then.

You made your "Abitur" in 1997. How much contact do you use to have to the old friends?

Not too much. Friendship is a good topic anyway. Even at school, there was a lot of jaelousy. I got to know crabwise that people wondered why Kiefer who is so much away from school may make his Abitur. That's really strange how people react sometimes when somebody is successful. With lots of teachers I came along very well and they offered me help. For example they gave me another date for tests that I couldn't do and that I missed because I was at tournaments. But then again, there were also teachers who didn't understand my situation and they tried to get one over on me.

And what was the reason for that?

Pure jaelousy, I think.

Many celebrities tend to moan a lot about that.

Sure, I know myself that I'm in a better position than all those people who can't find work at all and who are unemployed. On the other hand, I did a lot for my tennis. Now I have reached something and I come around a lot in the world. But I can say that I have earned myself this. Many people think: "He had luck." But I don't think that has to do with luck. I have worked for that.

Over the last few months you have somehow earned the reputation of the cool young guy, very talented, but in the deciding moments a bit weak in nerves. Is that correct?

Of course not. Such defeats like in Australia...

... where you led 6:4 6:3 against the Frenchman Nicolas Escudé and still lost at the end...

... are part of the life being a tennis pro. Many people wondered if Kiefer will ever be in touch with the best, but I proved them all wrong.

But, similarly to Wimbledon, you came up just short before a big success. What is missing?

I retreated a bit towards the end and maybe I was too sure of it. You are thinking too much, but you have to continue playing aggressively and not think too much.

Now you are with Becker's former coach Bob Brett. On what are you working with him?

Bob Brett can teach me everything that I'm still missing because he is since 18 years on the Tour and coached 23 players already.

Becker some time ago wasn't satisfied with him because he said that the practise with Brett is too boring.

It's optimal so far. After the first week already, I felt that the practise is different from everything else that I knew so far, much more professional. We are talking after each practise about fitness and balanced diet. The exercises are more intense, the intervals longer. That's all new for me now, very exhausting. But I know that it can pay off. Since I won my first tournament in Toulouse, I'm sure that I can really succeed on the Tour. I haven't reached my limit yet.

There are people who say that you had changed since you are successful. You are said to be arrogant and exclusive.

I know that I have this reputation, but it's not right. I'm living two lives. In private I'm open, friendly and nice. But on the tennis court I have to behave differently; I have to work to get to the top. For the next 10 years, tennis has first priority because with 30 years it's over.

You have to be obsessed?

Sure. Formerly I did it all: football, basketball, tennis, table tennis, flute/recorder, piano. But since I have success this has changed. My concentration is solely on tennis now.

How do the well-etablished colleagues deal with a shooting star like you?

At the beginning I only whipered a silent "hello". Some greet back now, some don't. But the respect towards me is increasing. Some time ago, Sampras came to me and wanted to practise with me - he was very relaxed and joked around. This practise gave me additional self-confidence.

Because it showed that you belong to them now?

Yes, sure. Okay, the first priority of these top players is of course to test how I'm playing and where my weaknesses are. I'm just a new face.

Did Sampras teach you something?

No, these people don't give you any tips/hints, they don't share their things. But I don't mind playing this game because I need somebody to practise.

In the meantime, did you learn something about Sampras and the others?

They are also just normal human beings. The difference is that they play a but more consistently. But I think a change is coming soon and I hope that I can be part of the top players in the new hierarchy. I think I would be satisfied to hang around #6 and #14. My goal is to be part of the top.

Do the others hate you?

Why should they? I only want to win. But sometimes it's getting personal. There are players who use hars words.

Do you hate your opponents?

"Hate" is the wrong word. But of course I want that my opponent is going to lose. And that's why may not be nice to him. It's always a duel and therefore I can't say: "Wonderful, you are my friend, I will gift you a few points." I must intimidate my opponent.

Thomas Muster is saying he enjoys his sadistic tendency on the tennis court.

I can understand that. I'm also enjoying if my opponent has troubles and that he can't get the ball over anymore.

Do you like fooling your opponents?

Yes, unfortunately I'm playing like that. I like to play dropshot and lob, first a short ball to get him to the net and then a long one on the baseline. I'm happy if I can do that.

And it's the others problems if they can't laugh about that?

True, main thing is that I have fun with that. But I can also laugh about that if somebody else is doing it with me. And after some time the same game starts again.

You needed three coaches in two year. That reminds of Becker: if people can't help anymore, you must dump them.

I'm all coaches thankful because all of them brought me to a new level. But sometimes it's about time to make a new step and to be independent. Becker's Mercedes Team was for a while very good for me, but then I simply needed an own coach and I wanted to market myself; there existed a contract that I didn't want to sign.

Do you believe that you are similiar to Becker?

No. I don't want to be similiar to Becker when doing this, I only want the best for myself. I want to enjoy every day and I don't want to have to justify me doing so.

And you think it has nothing to do with you?

Many people want to classify me. And they don't put any effort in understanding me.

There was an uproar during the tournament in Dubai...

...when there was written that I'm immature. Do you want to know how it really was? I was thinking about an answer and looked out of the window, and then somebody wrote that I don't look at people when I'm talking to them, and the next one worte I'm immature. It was written everywhere, but it wasn't true.

Maybe you come across like this because of fear of making mistakes.

I don't have fear due to that. I don't like to talk. I say: "I'm nice", and they think: "He's silly.". That's not fair.

You are signed with Nike and you are marketed as cool guy.

Okay, I'm wearing clothes that are cut wider.

Nike is making symbols out of his athletes: Agassi is rebellious, Sampras a gentleman. And you are playing along and boost the image that you allegedly don't want to have.

I'm not that far yet. If I could make an own Nike campaign I would do it, sure. I know that the think about the image is difficult. I think I want to decide what happens with me.

Is that the reason why you adore Dennis Rodman?

It's cool how he sells himself. But the tattoos, the 5000 earrings, here a piercing, there a piercing - that's pain, but not a challenge for me.

Is he sports-wise a role model?

I like to watch how he intimidates his opponents. Before the rebound he steps them on the foot. It's good if you scare your opponents a bit.

That was also a strenght of Becker. How is your relationship to the new boss of the DTB [German Tennis Association] now?

I didn't have much to do with him since he is in that function. What should I say then? His friend Charly Steeb and Stefan Schaffelhuber are now captain and coach, and therefore eveything is in one hand.

Is this an advantage or disadvantage?

First, we have to see how the team is developping. But I also believe that Niki Pilic did a very good job.

Is the impression wrong that your relationship to Becker cooled down since you left the Mercedes-Team?

It's not anymore as it used to be. It's a pity, because I gave 100% for the Mercedes-Team. I'm thankful to Boris for his help. As I was injured in Stuttgart, he drove me to the doctor in Munich. Not everybody is doing that. When I was in the team, our relationship was very good.

But he didn't take it very well that you left his team?

Sure, he would have liked to keep me. But then, he was also positively impressed that I went my own way. Boris didn't get in touch with me anymore; that's a bit strange because our relationship ended in such a short time. But at the moment, he also has to do many other things.

Becker and Steeb are trying to create a new team: a young team with young leadership has a great future ahead, that's their message.

Of course, you have to try to create this team spirit. You see how it works when looking at the Spanish team: they are hanging around together the whole day. But you cannot force what didn't exist about ten years long. A team must find together, and this needs time.

And Becker is scheduling training camps together, that's something now.

Sure, it was very good when we all have been to Marbella. In the rain breaks, we talked a lot together; that rarely happend in the past.

Nevertheless, Goellner, Prinosil and Dreekmann aren't your best friends?

I would say "Tour friends". At tournaments we are practising together, but besides this, I have hardly any contact to them.

You don't seem as if you were looking for contact to your compatriots.

Why should I? I don't have anything against them, but there is a rivality between the players, always, without exception. In this game, there are no friends.

Probably, I also didn't help the new team spirit when Haas said that the others are too quickly satisfied.

Tommy is a good player who became very strong and who works a lot on himself. But it's dificult with him. He is with Nick Bellettieri in America, you hardly have contact to him. Of course the others were upset about those comments, what does it mean "too quicky satisfied"? Everybody of us want to reach the top, everybody was already in a semifinal somewhere. But we all didn't reach much yet.

Will Haas and Kiefer have a similiar rivalry as Becker and Stich in the past?

I don't hope so. We will always be rivals on the court. I don't have any problems with Tommy. We're getting along with each other well. With Boris and Michael, it all started with this Wimbledon final in 1991, and it could take some time until Tommy and I both won Wimbledon.

Herr Kiefer, thank you for this interview.
__________________
Carlos --- C'MON Lleyton!!! --- Kiwi!!! --- Jürgen --- Juan

Best of luck to all Germans : Nicolas Kiefer | Rainer Schüttler | Lars | Florian | Tommy
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Old 11-23-2004, 08:52 PM   #17
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Default Re: Kiwi interview

Thanks for that Neely! I'd good-rep you, but have to spread the good rep around a bit first
Seeing as you're a big Kiwi fan, I have a question, as I only started watching him this year: what is his relationship to Boris Becker like now? Is there still a bit of "Ärger" between them?
It seems that Kiwi really rocketed up the rankings. He only turned pro in 1997 and by 1999 he was #4 or something. That is unbelievable. No wonder it turned his head a bit. It's interesting to read this interview 'with hindsight' now. In the interview he didn't seem too bothered about playing for Germany in the Davis Cup, while now he's an enthusiastic member of the team. I must say, he does come across as somewhat arrogant, but then he was just a kid really then, only what 20 or so? With age comes maturity - how true!
__________________
My German guys are like the cast of the Wizard of Oz:

Rainer = Lion
Kiwi = Scarecrow
Tommy = Tin Man
Flo = Dorothy

...but I still love 'em


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Old 12-12-2004, 02:59 PM   #18
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Default Re: Kiwi interview

12.12.2004

German:
Quote:
''Mein Weihnachtsgeschenk für mich''

2005 will Kiefer ganz nach oben / Sieg in St. Anton als Initialzündung / „Körperlich besser drauf als früher“ - ein Bericht von Angela Bern

Anfang November durfte er maximal eine halbe Stunde am Tag mit Softbällen trainieren, sechs Wochen später feierte Nicolas Kiefer beim Einladungsturnier in St. Anton seinen ersten Turniersieg seit über vier Jahren. „Es ist mir egal, dass es kein offizielles ATP-Event ist“, sagte der 27-Jährige nach dem 6:3, 6:4 im Finale gegen den niederländischen Titelverteidiger Sjeng Schalken: „Ich weiß, dass ich wieder mithalten kann, dieser Sieg war mein Weihnachtsgeschenk für mich.“

Ende August wurde Kiefer auf seinem scheinbar schnurgeraden Weg zurück an die Weltspitze im Achtelfinale der US Open jäh gestoppt. Eine komplizierte Verletzung des rechten Handgelenks beendete nicht nur das Match gegen den Briten Tim Henman, sondern auch die durchaus berechtigten Hoffnungen auf eine Teilnahme am Masters Cup in Houston. „Ich war ziemlich dicht dran“, sagt Kiefer: „Aber dicht dran steht in keiner Statistik.“

Es folgten sechs lange Wochen ohne Tennis und mit einer Schiene am rechten Unterarm, ehe Kiefer schließlich Anfang November endlich wieder auf den Platz durfte. „Therapie und Reha sind wunderbar gelaufen, es gab keinerlei Komplikationen“, erzählt er. Hocherfreut nahm er Ende November die Einladung seiner Kollegen Paradorn Srichaphan an, ihn auf seiner Reise durch sein Heimatland Thailand zu begleiten und dort drei Schaukämpfe zu spielen.

Das Handgelenk bestand den Härtetest, auch eine psychologische Hemmschwelle gab es nicht zu überwinden, das einzige Problem war eine leichte Erkältung. „Zehn Tage Thailand bei 40 Grad im Schatten, dann Hannover bei null Grad und dann St. Anton im Schnee, das war’s“, sagt Kiefer, dessen Stimme noch immer ein bisschen rau und belegt klingt. Das ändert aber nichts daran, dass er vor Tatendrang strotzt und am liebsten jede Minute auf dem Platz verbringen würde: „An Urlaub denke ich nicht, den habe ich in den letzten drei Monaten genug gehabt.“

Zwar war es schön, Zeit mit der Familie und Freundin Inga zu verbringen oder mit den Bundesliga-Fußballern von Hannover 96 zu trainieren („Dem Enke habe ich ein schönes Ding ins Tor gelegt“), aber die innere Unruhe wuchs mit jedem Tag: „Das ist halt nicht mein Rhythmus, so lange zu Hause rumzuhängen.“ Damit ist jetzt auch Schluss, nach dem Finale in St. Anton ging es gleich am Sonntag weiter nach Monte Carlo, wo im angenehmen Mittelmeerklima zehn Tage Hartplatz-Training auf dem Programm stehen.

Am 23. Dezember macht Nicolas Kiefer noch einen kurzen weihnachtlichen Abstecher zu den Eltern nach Dassel, ehe er am 26. Dezember nach Australien fliegt. Bei den Turnieren in Adelaide und Sydney bereitet er sich unter Anleitung seines schwedischen Trainers Thomas Hogstedt auf die Australian Open in Melbourne (17. bis 30. Januar) vor. Hogstedt arbeitet seit November 2003 mit Kiefer zusammen, gemeinsam mit seinem Landsmann Ulf Dahlström, der sich um Kiefers Management kümmert, hat er der Karriere des früher als schwierig und exzentrisch geltenden Deutschen offenbar den richtigen Kick gegeben.

Während Hogstedt sich um die sportlichen Belange kümmert, ist Dahlström derzeit damit beschäftigt, seinem Klienten einen neuen Ausrüstervertrag zu besorgen, denn der mit den drei Streifen läuft zum Jahresende aus. „Das sehe ich ganz gelassen“, sagt Kiefer: „Ich glaube, wir sind in einer guten Verhandlungsposition.“ Als Nummer 20 der Welt darf man das getrost von sich behaupten.



English:
Quote:
"My Christmas present to myself"

Kiefer wants to get back to the top in 2005 / The initiating for that was his tournament win in St. Anton / "Physically in better shape than earlier" - an article of Angela Bern.

In early November, he was only allowed to practise a maximum of 30 minutes with soft balls, six weeks later he could celebrate his first tournament win for four years at the exhibition in St. Anton. "I don't mind that this is no official ATP event", said the 27 year-old after winning the final 6:3 6:4 against the Dutch defending champion Sjeng Schalken. "I know that I can keep up again with the others, this win was my Christmas present for myself."

At the end of August, Kiefer was badly stopped on his seemingly straight way back to the world's elite during the 4th round match of the US Open. A complicated injury at his right wrist didn't only end the match against the Brit Tim Henman, but also his legitimate hopes for a participation at the Masters Cup in Houston. "I was quite close", says Kiefer, "but close doesn't appear in any stats."

Six long weeks without tennis and a cast at his right forearm followed until Kiefer finally was allowed again on the court at the beginning of November. "Therapy and reha have been good, there weren't any complications." With pleasure he took the invitation of Paradorn Srichaphan to come to Thailand and play three exhibition matches there.

The wrist held and there were also no psychological problems, the only problem was a cold. "Ten days in Thailand with 40 degrees Celsius heat in the shadow, then Hannover at 0 degrees and St. Anton with snow, that was too much", Kiefer said whose voice still displays some after-effects of the cold. But that doesn't change anything that he is full of beans and the he would most like to spend every minute on the court: "I don't think of holidays, I've had enough of that during the last three months."

It's nice to spend time with the family and with his girl-friend Inga or practising with the Bundesliga pros of Hannover 96 ("I've scored a great goal against Enke"), but the uneasiness was growing and growing: "That's not my rhythm to hang around so many time at home." That's over now and after the final in St. Anton he will move on to Monte Carlo where he is going to practise ten days on hardcourt in the mediterranean climate.

On December 23rd, Nicolas Kiefer will visit his parents in Dassel before he will fly to Australia on December 26th. He will prepare for the Australian Open playing the tournaments in Adelaide and Sydney together with his Swedish coach Thomas Hogstedt. Hogstedt who works together with Kiefer since November 2003 together, and his countryman Ulf Dahlström who is doing the management, seems to have given the right direction to the career of the formerly said to be difficult and excentric German.

While Hogsted cares for Kiefer's play, Dahlström meanwhile is occupied looking for a new endorsement contract because the one with Adidas is running out at the end of the year. "I'm very relaxed concerning that", says Kiefer: "I think we are in a good bargaining position." True, as #20 of the world you can say that.
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An article I found at enquirer.com
It is about the three losses to Roddick within just a few days at three different tournaments...

Quote:
Roddick's got Kiefer's number

By Neil Schmidt
Enquirer staff writer

MASON - Nicolas Kiefer should be on the run now.

Everywhere he goes, Andy Roddick is there. Indianapolis. Toronto. Cincinnati.

Three matches, three losses, in the span of 11 days. Wednesday's count was 6-4, 6-4 in the Western & Southern Financial Group Masters second round.

Never mind Kiefer is 13-1 against the rest of the world over the past month. Roddick is stalking him. Kiefer probably should look over his shoulder when he next unpacks his rackets.

And yet ...

"I want to play him again," Kiefer said. "I know (if) I get my chances, I can beat him. ... Maybe I get my chance at the Olympics or the (U.S.) Open."

The 27-year-old German officially qualifies as a glutton for punishment. Bless him for not being gun-shy, but he's 0-4 in his career against Roddick and hasn't yet taken a set off him.

"It's funny; I played him once in my whole career, and then three times in 10 days or so," Roddick said.

Roddick, the tournament's second seed, knows what Kiefer's feeling. In his last 25 matches, Roddick is 23-0 against everyone not named Roger Federer.

Wednesday, Roddick needed a little variety to spice up the affair. He let Kiefer have five break points - Kiefer totaled only three over their two recent matches - but then yanked away the bait. He has held all 30 of his service games over these three meetings.

Meanwhile, Roddick went 2-for-2 on break points.

"For the most part, he played better than I did today," Roddick said. "But that's the match right there, in that (break points) stat."

Roddick was sloppy, committing 21 unforced errors to go with 24 winners. He had trouble getting points on Kiefer's serve.

The match turned on the best point of the tournament.

At 3-3 in the first set and serving at 30-15, Kiefer lured Roddick to the net and then sent a perfect lob to the baseline. In full sprint, Roddick caught up with it and - still facing the stands - flicked a forehand blindly back the other way.

Incredibly, it whistled up the line past an incredulous Kiefer for a winner. Roddick held out his hands to show he had no idea how he made the shot.

"I just started laughing, because you don't expect to hit that shot," Roddick said. "That's probably the best shot I've ever hit."

Kiefer dismissed the magic, saying, "I can also do it if I close my eyes and hit. If he can do it 10 out of 10 (times), I take my hat off to him. I don't think he would do it."

Yet it seemed a critical play, as Roddick won the next two points for the only break of the set.

Roddick has won all 26 service games in his two matches here this week. His most dramatic service game came when he dug a love-40 hole early in the first set Wednesday and then won the next five points.

Even opponents have talked of his ability to produce big serves to bail himself out.

"I guess it's happening more and more," Roddick said. "I'm hitting good serves on break points right now."

E-mail nschmidt@enquirer.com
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Old 12-28-2004, 06:54 PM   #20
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Originally Posted by Neely
An article I found at enquirer.com
It is about the three losses to Roddick within just a few days at three different tournaments...
Thanks Neely!!!!!
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Old 12-28-2004, 08:29 PM   #21
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hopefully there will be a "revenge article" somewhere published if Kiwi beats Andy three times in a row next season *biggrin*


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Many tennis players, athletes from all sports and other famous people are involved in some way in charity organizations... here is an article, published online in a Hamburg newspaper about one year ago, what Kiwi is doing.



German:
Quote:
Wie der Tennisprofi Nicolas Kiefer kranken Kindern hilft

Hannover - Adrians Augen leuchten, seine Wangen sind gerötet, fest umklammern seine kleinen Hände den Griff des Tennisschlägers. "Super-Ball, schwer zu kriegen", lobt Nicolas Kiefer und geht ganz nah an das Netz, um das leise Stimmchen des Jungen im Rollstuhl zu verstehen. "Adrian möchte aufhören, er hat keine Kraft mehr", sagt Kiefer: "Aber wenigstens hat er mal wieder ein bisschen Spaß gehabt."

Adrian ist zehn Jahre alt und todkrank. Der Junge aus Hannover leidet an Muskelschwund, sein Bruder Lars ist im Mai an derselben Krankheit gestorben. Adrian weiß, dass ihm das gleiche Schicksal droht, er hat den Bruder sterben sehen. Mit dem hat Kiefer auch Tennis gespielt, vor zwei Jahren, als bei Adrian noch keine Anzeichen der Krankheit festzustellen waren: "Da ist er rumgerannt und hat Fußball gespielt. Jetzt kann er kaum einen Tennisschläger halten."

Die in Hannover ansässige "Aktion Kindertraum" hat Kiefer mit der Familie von Lars und Adrian zusammengeführt. Seither stellt sich der Tennisprofi, wann immer es seine Zeit zulässt, in den Dienst der Organisation, die todkranken Kindern mit Hilfe prominenter und wohlhabender Gönner einen großen Traum erfüllt. Adrian liebt es, mit Kiefer Tennis zu spielen, und der erfüllt dem Kleinen gerne und oft diesen Wunsch.

Nicolas Kiefer ist in seiner Heimatstadt Hannover bekannt wie ein bunter Hund. Seine Mitarbeit in unterschiedlichen sozialen Bereichen nimmt er genauso ernst wie seinen Beruf auf dem Tennisplatz. "Das Schicksal von Kindern und Jugendlichen liegt mir sehr am Herzen, gerade weil ich so viel Glück hatte", sagt er. Kiefer, der oft als sperrig und unnahbar, als unberatbar und bockig gilt, zeigt im Gespräch und im Umgang mit jungen Menschen sein ganz anderes Gesicht. Keine Frage, dass Adrian und seine Mutter nach dem "Match" zum Essen eingeladen werden, keine Frage, dass er beiden bei seinem Lieblingsverein Hannover 96 Karten für das nächste Heimspiel besorgt, keine Frage, dass er Adrian jetzt einen kleineren und leichteren Schläger mit kurzem Griff anfertigen lässt: "Wenn ich damit ein bisschen helfen kann, tue ich das gerne."

Um Jugendliche mit ganz anderen Problemen kümmert sich die ebenfalls in Hannover ansässige Initiative "Bed by Night". Sie bietet jungen Ausreißern und Straßenkindern übergangsweise Unterkunft und Verpflegung, führt Familien wieder zusammen und hilft bei Behördengängen und Arztbesuchen. Kiefer hat die Schirmherrschaft übernommen und mit seinem Einsatz entscheidend dazu beigetragen, dass im Zentrum der Stadt ein buntes Containerdorf mit Aufenthaltsbereich, Gemeinschaftsküche, Duschen und Toiletten sowie sechs Schlafräumen mit zehn Betten entstand. Sozialarbeiter betreuen ihre jugendlichen "Gäste" rund um die Uhr.

Kiefer schaut regelmäßig vorbei, spielt mit den Kids Tischfußball und isst mit ihnen zusammen an dem blankgeputzten Holztisch in der Küche. "Neulich hat mich einer gefragt, was ich ausgefressen habe und warum ich von zuhause weg bin", erzählt er, und seine Nachdenklichkeit wirkt absolut nicht aufgesetzt: "Sie leben in einer ganz eigenen Welt, Lichtjahre entfernt von der Scheinwelt eines Tennisprofis."

Dann schwingt er sich in seinen Porsche und fährt zum Training. "Thomas scheucht mich zurzeit ganz schön", sagt Kiefer und lobt die Zusammenarbeit mit seinem neuen Coach Thomas Hogstedt. Sein Seuchenjahr 2003 hat er abgehakt, 2004 will er wieder dorthin, wo er als WM-Halbfinalist 1999 schon einmal war. Schließlich soll Adrian daheim in Hannover so richtig stolz auf seinen Trainingspartner sein: "Sonst will der bald nichts mehr von mir wissen." Und das würde den nur äußerlich so coolen Kiefer wirklich treffen. (sid)

"Als Tennisprofi lebst du in einer Scheinwelt." Nicolas Kiefer

erschienen am 17. Dez 2003 in Sport


English:
Quote:
How Nicolas Kiefer helps ill children

Hannover - Adrian's eyes twinkle, his jowls are reddened, his small hands are holding a tennis racket. "Good shot, that wasn't easy", compliments Nicolas Kiefer and comes close to the net to be able to understand the weak voice of the boy in the wheelchair. "Adrian wants to stop now, he is too exhausted now", says Kiefer: "But at least he had again a bit fun now".

Adrian is 10 years-old and terminally ill. The boy coming from Hannover is suffering amyotrophia, the same illness like his brother Lars who died in May. Adrian knows that the same fate like his brother is threatening him. Two years ago, Kiefer also played tennis with Lars, but there have not been any symtoms for Adrian: "He ran around and played soccer. At present, he can hardly hold a racket."

The Hannover native charity "Aktion Kindertraum" has brought Kiefer and the family of Adrian and Lars together. Since then, the tennis pro is helping the organization whenever possible. Thanks to famous people and sponsors who donate money, the orgainzation tries to fulfill severely ill children a big dream. Adrian loves to play tennis with Kiefer who likes to fulfill him that wish often and with pleasure.

At home in Hannover, Nicolas Kiefer is known all over the place. Like his work on the tennis courts, he also takes his cooperation with charity organizations very seriously. "The fate of children and juveniles is close to my heart, especially because I myself had so much good luck", he says. Kiefer who is often said to be difficult and aloof shows a completely different face in the contact with young people. There is no question that Adrian and his mother are invited out to dinner after the match, no question that he is getting them tickets for his favourite soccer club Hannover 96, no question that he will obtain Adrian a lighter racket with a shorter grip: "I'm happy to do that if I can help a little bit this way."

Caring about juveniles with completely other problems, that's what the organzisation "Bed by Night", also from Hannover, does. It offers young runaways and street children transitional meals and lodging, helps bringing families together again and is assisting at administrative paperwork and consultations. Kiefer has taken the patronage and was significantly involved to make the charity organization what it is nowadays: a colourful accommodation in the middle of the city with recreation room, common kitchen, showers, bathrooms and six dormrooms with 10 beds each. Social workers care for the juveniles day and night.

Kiefer drops by regularly, plays table soccer with them or eats with them together in the kitchen. "Recently, one asked me what I have done and why I ran away from at home", he says thoughtfully, "they are living in a completely own world, light-years away from the one of a tennis pro."

[...passage about his new coach...]
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Quote:
Originally Posted by simpleternity
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BTW, did you also notice this "Bed by Night" organization in the video file about Kiwi's TV report I gave you? There is also a part about it where he is visiting the facility and playing table soccer with two of the -I guess- social workers there.
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Old 12-28-2004, 11:21 PM   #25
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Originally Posted by Neely
BTW, did you also notice this "Bed by Night" organization in the video file about Kiwi's TV report I gave you? There is also a part about it where he is visiting the facility and playing table soccer with two of the -I guess- social workers there.
i did! i actually went back and watched it after reading the article cuz i hadn't watched it in a few weeks!
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Old 01-03-2005, 02:19 PM   #26
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If anyone gets a chance, can you translate this for us? It was posted on Kiwi's site today

Quote:
03.01.2005 - Frankfurter Allgemeine Zeitung
''Steffi Graf und Andre Agassi helfen mir viel''

Nach seiner Handgelenksverletzung, die ihn im Achtelfinale der US Open stoppte, spielt Nicolas Kiefer in Adelaide erstmals wieder ein ATP-Turnier. An diesem Montag trifft der an Nummer drei gesetzte Niedersachse auf den Niederländer Sjeng Schalken, den er Mitte Dezember im Finale des Schauturniers von St. Anton im vierten Duell zum viertenmal besiegte. Für den Australien-Fan Kiefer, der das Tennisjahr 2004 als bester Deutscher auf Platz 21 der Weltrangliste abschloß, der ideale Einstieg ins neue Tennisjahr. Ein Gespräch mit FAZ-Redakteur Peter Penders

Haben Sie sich eigentlich die Sportjahresrückblicke im Fernsehen angeschaut?

Auf jeden Fall. So was schaue ich immer gerne, wenn ich die Möglichkeit habe.

Auch diesmal? Es hätte Sie ja auch abschrecken können, noch einmal dieses Drama von Athen mit den vier vergebenen Matchbällen zu sehen.

Trotz allem war es ja auch ein Riesenerfolg und ein Riesenerlebnis sowieso. Was wir in diesen vier Stunden und der ganzen Nacht durchgemacht haben, so viele Höhen und Tiefen, so viele Emotionen - das hatte ich noch nie erlebt in meiner Karriere. Natürlich war es erst einmal sehr bitter, dieses Finale zu verlieren. Aber im nachhinein war es trotzdem ein Riesenerfolg.

Immerhin saß Deutschland mal wieder vor dem Fernseher und drückte zwei Tennisspielern die Daumen. Hat Sie diese große Anteilnahme überrascht?

Wie viele Leute sich mit dieser Silbermedaille identifiziert haben, hätte ich vorher nie für möglich gehalten. Das war irre, wie viele Menschen einen darauf angesprochen haben, wohl auch mitgelitten haben und mich danach aufgemuntert haben. Natürlich sage ich heute noch, es hätte eigentlich Gold sein können oder sogar müssen. Der Moment nach dem Matchball der Chilenen war schon hart.

Zu den Medien hatten Sie lange ein sehr zurückhaltendes, kühles Verhältnis. Aber dann haben Sie nach dem Finale die emotionalste Pressekonferenz in Athen gegeben und Ihr Innerstes nach außen gekehrt. Haben Sie noch Erinnerungen daran, oder ist das alles wie in Trance geschehen?

Es war total schwer, in Worte zu fassen, was da auf dem Platz geschehen war. Vor Athen haben mir viele Mut gemacht und gesagt, du kommst mit einer Medaille zurück. Aber ich konnte mit dem Wort Medaille noch nicht so viel anfangen. Plötzlich hatten wir die Chance auf Gold, und wir hatten sie ja fast schon in der Hand. Als wir sie verloren hatten, war ich total platt, leer. Da war es selbstverständlich, mich der Presse zu stellen, die hatten ja auch die ganze Nacht gewartet. Ich bin dann da hin, aber es war schwer, weil ich so am Ende war und wußte, was das für eine Riesenchance gewesen war. Mir war noch nicht bewußt, was wir mit Silber erreicht hatten, das habe ich erst später gemerkt. Ich bin direkt nach der Pressekonferenz wieder ins Olympische Dorf, da haben wir dann zusammengesessen. Dann ging es zum Flughafen, ab nach Hause, Sachen packen und schon wieder los nach New York. Das war alles nur Streß und Hektik. Was die Medaille für einen Wert hat, habe ich erst in New York gemerkt, als ich etwas zur Ruhe gekommen bin.

Woher rührte Ihr mißtrauisches Verhältnis zu Journalisten? Man hatte früher immer das Gefühl, wenn man Ihnen guten Morgen sagte, würden Sie sofort auf die Uhr schauen, ob nicht schon Abend sei.

Als ich angefangen habe auf der ATP-Tour, ging ja alles sehr schnell, und ich wußte manchmal gar nicht, was um mich herum passiert. Da gab es schon mal Äußerungen, die hätte ich besser gelassen, und so würde ich mich heute nicht mehr äußern. Da hat man dann schnell ein Image. Aber mittlerweile bin ich 27 Jahre alt, und das ganze Drumherum muß man auch lernen. Das ist ein Prozeß, in den man hineinwächst. Trotzdem bin ich eigentlich schon froh, daß ich soviel durchgemacht habe. Ich habe da sehr viel lernen können, das war eine gute Erfahrung. Jetzt bin ich viel reifer, auch wenn ich immer noch dazulernen kann. Ich bin offener und lockerer geworden, und das hat auch mit Gesprächen mit Steffi Graf und Andre Agassi zu tun. Das muß ich ja nicht verschweigen, die beiden helfen mir viel und nehmen mich schon mal an die Seite.

Als Sie bis auf den vierten Platz der Weltrangliste hochschossen, hieß es überall, "ein neuer Boris Becker" oder "einer wie Agassi". Wie sehr hat es Sie gestört, nie als Nicolas Kiefer gesehen zu werden?

Einerseits war es ein großes Kompliment, daß mir viele soviel zugetraut haben. Andererseits war es schwer, und das ist ja, glaube ich, auch verständlich, weil man ganz schön was aufgeladen bekommt. Vor allem in den letzten Jahren, als es nicht so lief bei mir, war der Rucksack sehr schwer. Mittlerweile aber fühle ich mich wieder viel befreiter.

Sie waren relativ schnell in der Weltspitze, aber dann begann ab 2001 der Abstieg aus den vorderen Regionen. Bei den French Open 2003 haben Sie gegen einen australischen Qualifikanten eine Erstrundenpartie in fünf Sätzen gewonnen, die ein schreckliches Niveau hatte und vielleicht der Tiefpunkt war. Jetzt sind Sie wieder die Nummer 20 der Weltrangliste - wie sind Sie aus diesem Leistungsloch herausgekommen?

Der Australier hieß Todd Larkham, und in der Zeit habe ich eigentlich gar kein richtiges Tennis mehr gespielt und nur durch Krampf gewonnen, wenn ich mal gewonnen habe. Kurz danach war ich in Halle noch im Finale, das mag vielleicht Zufall gewesen sein, weil ich davor und danach nichts getroffen habe. Aber das vergangene Jahr, das war kein Zufall, das war das Ergebnis der vielen Arbeit. Ich habe vier Finales gespielt, war im Halbfinale in Toronto, bei den US Open im Achtelfinale, und da war überall noch mehr drin. Die Jahre davor habe ich auch ein bißchen Pech gehabt. Ich war oft verletzt, und wenn ich alle Verletzungen zusammenzähle, kann ich vielleicht am Ende der Karriere etwas länger spielen, so oft habe ich pausieren müssen. Ich habe im vergangenen Jahr sechs Kilo abgenommen, körperlich fühle ich mich total fit, und das macht es natürlich auch einfacher.

Trotzdem noch mal zurück nach Paris 2003. Wer dieses Spiel gesehen hat, konnte kaum glauben, daß Sie auch so schlecht Tennis spielen können.

An das Spiel will ich gar nicht mehr denken. Lieber, wie ich im vergangenen Jahr dort gegen Federer gespielt habe. Da lagen Welten zwischen diesen beiden Jahren. Ich glaube, jetzt kommt so das Alter, in dem ich am besten spielen kann und auch spielen werde, und darauf freue ich mich. Mir geht es gut, und auch die letzte Verletzung bei den US Open habe ich gut überstanden, Das hat lange gedauert, aber dafür habe ich es auch mental total überwunden. Ich war jetzt erst 12 Tage mit anderen Profis in Thailand auf einer Einladungstour mit Paradorn Srichaphan, danach habe ich im Dezember noch ein Schauturnier in St. Anton gewonnen und bin dann vor Weihnachten in Monte Carlo im Trainingslager gewesen. Das ist alles optimal für mich verlaufen, ohne jegliche Probleme.

In solchen Krisenzeiten, wie Sie eine hatten, wären Sie da lieber Mannschaftssportler?

Ich trainiere ja manchmal bei den Fußballspielern von Hannover 96 mit, und dieses Mannschaftsgefühl ist schon was anderes. Nicht nur bei den ,Roten', das ist ja im Davis Cup auch so, beispielsweise im September in Bratislava. Ich war zwar verletzt und nur Zuschauer, aber wenn man als Mannschaft irgendwo zusammen ist, das macht alles viel lockerer und einfacher. Wir sind ja ansonsten immer Einzelkämpfer, aber als Team, das ist schon was anderes. Das war auch in Thailand so, unsere Crew, die da rumgereist ist, hat aus 40 Leuten bestanden, mit denen man tagtäglich zusammen war. Das macht schon Spaß. Ich glaube, deshalb spiele ich auch so gerne Fußball.

Vereinsamt man als Tennisspieler?

So schlimm ist es auch wieder nicht. Man ist ja den ganzen Tag auf der Anlage und trainiert. Man sieht so viele Menschen, da bin ich schon mal froh, die Tür zuzumachen und alleine zu sein - oder noch besser, mit meiner Freundin zusammenzusein. Es will ja dauernd irgend jemand was von dir, da tut es schon mal gut, sich abzuschotten.

In den schlechteren Phasen hieß es immer, daß sich Ihre Eltern zu sehr einmischten und Ihnen Entscheidungen abnähmen. Haben Sie sich jetzt abgenabelt?

Das war immer übertrieben, ohne meine Eltern hätte ich das ja nie geschafft, überhaupt Tennisprofi zu werden. Die haben mich jahrelang überall hingefahren, und das habe ich schon oft versucht zu erklären, auch wenn es nicht jeder verstanden hat. Ohne meine Eltern würde ich jetzt irgendwas studieren und nicht Tennis spielen. Meine Eltern sind meine größten Fans, und egal wie es läuft, sind sie immer für mich da. Das ist gut zu wissen. Sie sind jetzt so für mich da wie früher auch.

Ist Selbstvertrauen neben der Fitness der entscheidende Unterschied, ob es auf dem Platz klappt oder nicht?

Natürlich ist das eine riesige Kopfsache. Inzwischen hack' ich wieder auf die Bälle drauf und die Schläge kommen. Wenn man das merkt, macht man immer wie selbstverständlich weiter. Aber wenn die Bälle ständig ins Aus fliegen, dann beginnst du nachzudenken, vor jedem Schlag. Du wirst immer unsicherer und vorsichtiger und spielst immer schlechter. So ging es mir, aber das habe ich überwunden. Das war ein großer Schritt nach vorne für mich, ein Sieg über mich selbst. Vor drei, vier Jahren habe ich gesagt, meine besten Tennisjahre kommen noch, und da haben viele gelacht und wahrscheinlich gedacht, der erzählt irgendwas. Aber verglichen mit den anderen Jahren, bin ich jetzt am fittesten, und das merkt man ja auch spielerisch. Ich spiele wieder sehr aggressives Tennis, die Schläge sind da.

Sie sind ja auch wieder der derzeit beste deutsche Tennisspieler - und trotzdem ohne Ausrüster. Ist Ihr Aufstieg so unbemerkt geblieben?

Der Zeitpunkt ist ja gar nicht so schlecht, daß der Vertrag ausgelaufen ist. Vor einem Jahr wäre das schwieriger gewesen, aber jetzt nach Olympia und dem ganzen Jahr sieht das viel besser aus für mich. Ich schaue mir die Angebote in Ruhe an, ich habe da keine Eile.

Aber vermutlich haben Sie es eilig, wieder auf den Tennnisplatz zu kommen. Sie haben seit September kein Spiel auf der ATP-Tour mehr bestreiten können. Wie ungeduldig sind Sie, daß es endlich losgeht?

Ich brenne darauf. Ich habe eine harte Zeit hinter mir. Immer mit der Schiene am Arm herumlaufen, dann die Reha und das Aufbautraining, das ist schon monoton und kostet Kraft. Aber jetzt bin ich bereit und freue mich richtig auf die Sonne. Ich mag Australien, das ist ein tolles Land, entspannte Leute. Das wird schön, da bin ich sicher.

Seit Weihnachten sind Sie überraschenderweise wieder solo. Hilft Tennis da als Ablenkung?

Siebeneinhalb Jahre sind eine lange Zeit. Dann ist es plötzlich vorbei, und keiner kann erklären, warum. Inga und ich haben uns über die Weihnachtstage nach einer langen, tollen Beziehung getrennt, uns aber einen weiterhin freundschaftlich fairen Umgang versprochen. Ich habe ihr vieles zu verdanken.
Thanks!!!!
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I doubt that this is really an "interview" with Kiwi... it looks strange somehow and when reading it, it seems as if it was just a summary of quotes he already made the last three months.

At least it is no recent one because on the last question about the break-up with his girl-friend he "answered" (or should I say "they wrote"?!) exactly the same sentence and the same choice of words like it was published on his homepage.

Smells fishy to me...

Anyway, only a few things are new to us (we already know what has happened with his wrist, how the healing was, that the silver medal was a big success, I published the article from 2003 about his bad loss to Todd Larkham a few weeks ago, that and how he played Paradorn's event and St Anton... that he was practising in Monte Carlo before Christmas)... basically only two or three passages are interesting, I will select and translate them later!
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Old 01-03-2005, 02:52 PM   #28
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Quote:
Originally Posted by Neely
I doubt that this is really an "interview" with Kiwi... it looks strange somehow and when reading it, it seems as if it was just a summary of quotes he already made the last three months.

At least it is no recent one because on the last question about the break-up with his girl-friend he "answered" (or should I say "they wrote"?!) exactly the same sentence and the same choice of words like it was published on his homepage.

Smells fishy to me...

Anyway, only a few things are new to us (we already know what has happened with his wrist, how the healing was, that the silver medal was a big success, I published the article from 2003 about his bad loss to Todd Larkham a few weeks ago, that and how he played Paradorn's event and St Anton... that he was practising in Monte Carlo before Christmas)... basically only two or three passages are interesting, I will select and translate them later!
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Old 01-03-2005, 03:10 PM   #29
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Originally Posted by Neely

At least it is no recent one because on the last question about the break-up with his girl-friend he "answered" (or should I say "they wrote"?!) exactly the same sentence and the same choice of words like it was published on his homepage.
Yes, I also noticed that immediately. And the second thing is, that it isn't a senseful answer to that question, cause "hilft da tennis als ablenkung" is not answered.
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Old 01-03-2005, 07:03 PM   #30
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some selected answers, the rest isn't new to us...

Quote:
Did you watch the highlights of the sports year 2004?

Yes, sure. I'm always watching that when I have the possibility to do so.

And this time? It could have put you off because of the drama in Athens after four wasted match points.

Nevertheless, it has been a big success and a big experience anyway. We went through so many ups and downs in these four hours of the night, I never encountered something like that in my whole career. Of course, it was bitter that we lost, but with hindsight it was a very big success.

(...)

Some people always said that your parents interfered too much and that they took away decisions. Are you more independent now?

That was always exaggerated. Without my parents, I wouldn't have reached to be a tennis pro at all. They drove me for many years to the tournaments, and I tried to explain that many times already, but not everybody understood it. Without them I would be studying anything now, but not playing tennis. My parents are my biggest fans and no matter how things are going, they are always there for me. That's good to know.

Is confidence in yourself besides fitness the deciding factor if you are successful on the court or not?

Of course it is a big mental thing. I'm hitting the balls again and they are good. If you realize that, you continue doing that as if it was a matter of course. But if the balls are all out, you begin thinking about it, before every stroke. And then you are more and more unsecure and careful, you're playing worse and worse. That's how it was for me, but thanksfully it's over now. That was a big step, a win against myself. Three, four years ago I said that my best years will be still coming, and probably many people laughed about that and thought that I'm just saying any stupd things. But compared to the other years I'm fitter now, and you can notice that in my play, too. I'm playing aggressive tennis again, the confidence in my strokes is present.

(...)
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