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Old 01-14-2008, 03:14 PM   #142
country flag Eden
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Australian Open - Kiefer: "Das Kribbeln ist wieder da"
Eurosport - Mo 14.Jan.

Im ersten Teil des Exklusiv-Interviews mit eurosport.yahoo.de spricht Nicolas Kiefer über gute Omen und große Ziele bei den Australian Open. An "Down Under" hat der 30-Jährige beste Erinnerungen. 2006 kämpfte er sich bis ins Halbfinale vor und schaffte den bisher größten Erfolg seiner Karriere.

Ihren Aberglauben haben Sie immer noch nicht abgelegt. Sie wohnen wieder im selben Hotel wie 2006. Auch im selben Zimmer?

Nicolas Kiefer: (lacht) Das ist geheim. Aber im Ernst, allein durch Aberglaube gewinnt man auch keine Matches. Ob es das gleiche Zimmer, die gleiche Dusche, das gleiche Essen ist, das hilft ja nicht wirklich. Ich wohne dort, weil es einfach schön ruhig ist. In den anderen Spielerhotels ist es wie im Zoo.

Dass Sie hier 2006 gegen Juan Carlos Ferrero gespielt und gewonnen haben und jetzt wieder, ist dann also ein gutes Zeichen?

Kiefer: Es hätte sicher schlimmer kommen können, aber es ist schon ein schweres Los für die erste Runde. Ich habe in den letzten Jahren hier immer sehr unangenehme Gegner zum Auftakt gehabt. Aber das ist ja der Grund, warum ich so hart arbeite: Ich will wieder in die Position kommen, dass ich gesetzt bin und in Runde eins gar nicht auf einen so starken Gegner treffe. Aber es ist natürlich ein gutes Gefühl, zu wissen, dass ich ihn zuletzt geschlagen habe. Und mein Vorteil ist, dass ich frisch in das Turnier reingehe. Obwohl ihm das Finale von Auckland vermutlich Selbstvertrauen gegeben hat.

Und wie vor zwei Jahren haben Sie wieder eine Fußverletzung. Ein gutes Omen oder doch ein Handicap?

Kiefer: Am liebsten hätte ich natürlich nichts. Der Fuß wird zwar besser, aber ich gehe davon aus, dass ich es am Dienstag noch merke. Aber es wird nicht so schlimm sein wie im letzten Jahr, als ich die ganze Zeit nur Schmerzmittel nehmen musste. Sicherlich ein paar Tabletten, denn ganz ohne wird es nicht gehen. Aber es ist ein Grand-Slam-Turnier und dafür habe ich in Doha nicht weitergespielt, um nichts zu riskieren. Melbourne ist einfach viel wichtiger.

Was ist Ihnen von Ihrem letzten Auftritt hier noch in Erinnerung geblieben?

Kiefer: Die ganze Atmosphäre werde ich nie vergessen. Das war super, vor allem die Unterstützung der Fans und der ganze Hype drum herum. Das hat schon riesig Spaß gemacht. In der ersten Runde musste ich dann ausgerechnet gegen Paradorn Srichaphan ran, mit dem ich in Thailand die Saisonvorbereitung gemacht hatte. Ich musste sogar einen Matchball abwehren. Aber das Entscheidende ist, dass ich mich durchgekämpft habe, egal was passierte. Das bleibt hängen. Und das Kribbeln, diese innere Unruhe, ist auf jeden Fall schon wieder da.

Da spielten Sie auf dem vielleicht besten Niveau Ihrer Karriere, dann kam die einjährige Zwangspause und Sie spielten sich danach sofort wieder unter die Top 50. Sind Sie wieder so stark wie Anfang 2006?

Kiefer: Ich kann das, was 2006 war, nicht mit dem vergleichen, was jetzt ist. Ich muss von dem ausgehen, wo ich jetzt stehe und ich mache mir da absolut keinen Stress. Ich hatte ein bisschen wenig Matchpraxis und ich weiß jetzt schon, dass sicher am Dienstag nicht alles so rund laufen wird. Ich merke auch, dass mir die ein, zwei Wochen jetzt fehlen, als ich in Thailand verletzt war. Ich konnte nicht im vollen Umfang trainieren. Aber manchmal ist ja weniger mehr. Vielleicht war das gar nicht schlecht. Und bei Best-of-five-Matches kann viel passieren, da hat man alle Möglichkeiten.

Australian Open - Kiefer exklusiv: "Kann Federer schlagen"
Eurosport - Mo 14.Jan.

Im zweiten Teil des Exklusiv-Interviews mit eurosport.yahoo.de spricht Nicolas Kiefer vor den Australian Open über die kleinen Bürden des Älterwerdens und überraschenderweise auch über seine Zukunft als Fußball-Trainer.

Sie haben verletungsbedingt eine einjährige Zwangspause hinter sich und greifen jetzt wieder an. Haben Sie sich verändert?

Kiefer: Ich bin sicher etwas ruhiger und entspannter geworden. Aber eigentlich hat sich nur eines verändert: Ich muss keinem mehr etwas beweisen. Nur ich mir selber. Mein Ziel ist, konstant zu spielen, und ich will herauszufinden, ob ich aus meinem Körper noch so viel rausholen kann, dass ich bei einem großen Turnier richtig mitmischen kann. Ich traue mir das auf jeden Fall zu und ich glaube noch immer daran. Dafür trainiere ich so hart.

Haben Sie heute mehr Angst vor Verletzungen?

Kiefer: Ich habe gelernt, dass ich mir keine größere Verletzung mehr leisten darf. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und der Heilungsprozess geht langsamer, irgendwann ist dann Schluss. Da muss ich einfach noch mehr auf meinen Körper achten.

Dauert es jetzt länger, bis Sie sich von Verletzungen ganz erholen?

Kiefer: Ja, ich habe das immer unterschätzt. Und allein schon, dass einem morgens kurz nach dem Aufstehen ganz schön die Knochen weh tun, bis man so richtig in Gang kommt. Früher, als ich noch beim Davis Cup mit Becker und Stich gespielt habe, da waren die auch gerade so um die 30. Wenn wir trainiert haben, sagten die am nächsten Tag: "Wir müssen jetzt mal ruhiger machen, heute geht gar nichts mehr." Da habe ich natürlich mit meinen 20 Jahren gelacht und gedacht: "Das kann doch nicht sein". Jetzt kann man wohl über mich lachen, aber so ist das eben.

Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?

Kiefer: Ich werde 2008 Prioritäten setzen und nur noch die wichtigen Turniere spielen. In den Pausen will ich mich dann körperlich und spielerisch weiterentwickeln. Denn wenn ich mal nicht mehr so heiß bin, dann bin ich nicht mehr hundertprozentig dabei und kann dann mit den Topspielern nicht mehr mithalten. Stillstand ist Gift. Auch hier in Melbourne. Ich muss mein Spiel machen, aggressiv spielen, Fehler in Kauf nehmen. Die Beine müssen brennen, die müssen glühen. Dann geht noch was.

Auch im möglichen Viertelfinalduell mit Federer?

Kiefer: Soweit denke ich nicht, obwohl ich mit ihm natürlich noch eine Rechnung offen habe. Roger legt immer noch einen drauf. Dafür steht er zu Recht oben. Die meisten haben vorher schon verloren, weil sie die Hosen voll haben. Wenn ich gegen ihn spiele, sage ich mir, dass ich ihn schlagen kann. Sonst müsste ich gar nicht auf den Platz gehen. Sobald der Ball im Spiel ist, gibt es kaum einen Unterschied. Für beide sind die Chancen da. Aber bei den wichtigen Bällen spielt er halt unglaublich präzise. Das muss man akzeptieren. Nur fühlt es sich eben besonders gut an, gegen ihn zu gewinnen. Bei mir ist das Gefühl leider schon länger her.

Ein gutes Gefühl gäbe Ihnen sicher auch eine Goldmedaille in Peking, auf die sie so hoffen. Wäre die sogar besser als der Davis-Cup-Sieg?

Kiefer: Am liebsten wäre mir natürlich beides. In Athen waren wir kurz davor, Silber habe ich jetzt schon. Eine andere Farbe wäre auch schön, aber Medaille ist Medaille. Das wird aber schwer und ich wäre froh, überhaupt in Peking dabei zu sein.

Und wollen Sie dann tatsächlich auch mit Tommy Haas Doppel spielen?

Kiefer: Wir sind die beiden besten Spieler und würden mit Sicherheit auch im Doppel eine Waffe darstellen. Wir spielen beide gut von der Grundlinie und am Netz und wir haben früher oft zusammen gespielt, als wir angefangen haben. Danach haben wir uns mehr auf das Einzel konzentriert, weil beide Wettbewerbe doch Kraft kosten. Ich hatte mit Tommy in Paris-Bercy schon mal gesprochen Wenn es passt, werden wir im Sommer hoffentlich das ein oder andere Mal noch zusammen bei einem Turnier spielen.

Warum bedeutet Ihnen die Teilnahme so viel?

Kiefer: Die Olympischen Spiele sind nur alle vier Jahre und irgendwann läuft einem die Zeit davon. Und wer weiß, ob ich nicht 2012 schon bei Hannover 96 auf der Bank sitze und die Spieler irgendwo hin dirigiere. Nein, das war nur Spaß...

Okay, was ist denn wahrscheinlicher - Hannover 96 erreicht in dieser Saison die UEFA-Cup-Ränge oder Sie holen eine Medaille in Peking?

Kiefer: Das ist eine sehr schwere Frage. Eigentlich nicht zu beantworten. 96 hat eine gute Ausgangsposition. Und ich traue mir eine Medaille zu. Sagen wir einfach, es wird ein sehr aufregendes Jahr - mit vielen Highlights.

Das Interview führte Petra Philippsen / Eurosport

http://de.eurosport.yahoo.com/140120...-schlagen.html
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