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Neely 10-20-2004 02:42 PM

Kiwi interviews & articles
 
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv...04/1425070.asp

Quote:

„Diese Niederlage war mein größter Erfolg“

Der Tennisprofi Nicolas Kiefer galt als arrogant und unnahbar. Dann verlor er das olympische Doppelfinale und bewegte die Nation, weil er vor laufender Kamera weinte. Ein Gespräch mit einem Gewandelten.

Herr Kiefer, das Finale im Tennisdoppel war einer der emotionalen Höhepunkte dieser Olympischen Spiele, ein Drama mitten in der Nacht. Vier Matchbälle hatten Sie und Rainer Schüttler gegen die Chilenen Nicolas Massu und Fernando Gonzales und haben doch noch verloren. Wie oft denken Sie daran?

Eigentlich jeden Tag. Wenn ich in meine Wohnung komme, ist das Erste, was ich sehe, meine Silbermedaille.

Wo hängt sie denn?

Das ist verschieden. Meistens habe ich sie im Wohnzimmer, aber auch mal im Arbeitszimmer oder im Schlafzimmer. Ich nehme sie immer dahin, wo ich gerade bin. Dann gucke ich sie an und denke: Silbermedaille – es hätte ja auch eine andere Farbe sein können. Aber was wäre denn, wenn wir 6:1, 6:1, 6:1 gewonnen hätten? Dann hätte ich bestimmt nicht diese Emotionen erlebt.

Wieso war dieses Spiel auf einmal so gefühlsbeladen? Für Tennisspieler sind Olympische Spiele doch eher unwichtig.

Auf Athen habe ich mich eigentlich am meisten gefreut, weil ich Pins tauschen kann, aber nicht, weil ich dort Tennis spiele. Ich kannte das schon aus Sydney: Jedes Land hat seine eigene Anstecknadel, und die tauscht man mit Athleten aus anderen Ländern. Im Olympischen Dorf habe ich mich gleich so wohlgefühlt, weil die ganze Mannschaft zusammen war. Ich kannte vielleicht zehn Leute. Aber alle hatten diesen Deutschland-Anzug an, und du hast gesehen, wer deine Leute sind. Mit dem Finale konnte ich erst gar nichts anfangen. Ich war in so vielen Endspielen, aber diesmal habe ich kein richtiges Gefühl dafür bekommen, was das bedeutet. Erst eine Viertelstunde vorher ist mir bewusst geworden, dass es um tierisch viel geht.

Können Sie sich noch an das Ende des Spiels erinnern?

Matchball, der Return vom Rainer geht raus, und dann… Wir konnten gar nichts sagen, wir sind direkt in die Kabine, Schläger zertrümmert, das volle Programm. Normalerweise versuche ich immer ruhig zu bleiben nach einer Niederlage. Aber wenn ich noch mehr Schläger gehabt hätte, hätte ich sie alle zertrümmert.

Dann kam die Siegerehrung.

Am liebsten wäre ich gar nicht rausgegangen. Auf dem Platz denkst du: Das kann gar nicht sein, wenn du einen von den vier Matchbällen machst, dann stehst du vor dem Podest in der Mitte! Dann gehen wir auf den Platz, und stehen hinter diesem Scheiß-Silbermedaillending. Ich weiß nicht, wie viel Liter Wasser ich geheult habe.

War es Ihnen unangenehm, dass so viele Menschen Sie weinen sahen?

Am liebsten hätte ich nicht geweint, aber das ging nicht. Ich konnte es nicht zurückhalten. Mir ist so etwas noch nie passiert. Ich wollte unbedingt diese Goldmedaille. Dieser Passierball bei 6:2 im Tiebreak, der erste Matchball. Der Aufschlag kommt zu mir, und ich sag zum Rainer: Pass auf, du gehst durch, wenn ich cross returniere. Und Gonzales zieht volles Rohr durch und spielt ihn auf die Linie. Dieser Ball, das kann ein Homerun werden, der kann ein Riesenstück ins Aus gehen oder aber ein ganz kleines Stück - aber nein, er trifft die Linie. So viel hat gefehlt (schnippt mit den Fingern). Das ist das Enttäuschende.

Wie oft haben Sie sich das Spiel seitdem auf Video angeschaut?

Ich weiß nicht wie oft. Aber der Ball geht nicht aus, er ist immer wieder auf der Linie. Den kann ich nicht rauslügen.

Hat sich durch dieses Erlebnis von Athen Ihr Verhältnis zu Rainer Schüttler verändert?

Zum ersten Mal danach haben wir uns in New York gesehen bei den US Open. Ich komme in die Kabine, sehe den Rainer und denke, was mache ich denn jetzt? Der Rainer hat wahrscheinlich gerade das Gleiche gedacht. Ich gucke ihn an, er guckt und fängt erst einmal an zu lachen. Das war das Erste. Wir haben einfach nur gelacht und gesagt: Hey, Silbermedaille, war eng, der Volley hier und da. Was willst du machen? Schade ist, dass wir nach dem Finale nicht die Zeit hatten, das richtig zu feiern. Nicht nur mit dem Rainer. Dass man nicht einmal mit der ganzen Mannschaft zusammensitzt und feiert, anstößt.

Wären Sie überhaupt in der Stimmung gewesen, um zu feiern?

In dem Moment nicht. Das war eine komische Situation. Wir haben alle zusammen im Olympischen Dorf um vier Uhr nachts in der Mensa gegessen, diesem Riesenraum, der war so groß wie zwei, drei Fußballfelder. Unser Silbermedaillenmahl war ein Stück Pizza und Rippchen, angestoßen haben wir mit einer Cola.

Haben Sie denn beim Essen geredet?

Rainer und ich konnten nicht reden. Wir haben uns angeguckt und nur den Kopf geschüttelt. Ich hatte nicht geschlafen seit dem Morgen. Die Medaille hatte ich in meiner Tennistasche. Drei Stunden später ging schon mein Flug zurück nach Deutschland. Da saß ich dann in der Wartehalle des Flughafens und habe gemerkt: Ich werde müde. Und bin eingeschlafen. Die Hand hatte ich aber immer an der Tasche, damit keiner rangeht. Alle fünf Minuten bin ich aufgewacht, um zu schauen, ob noch alles da ist.

Da war die Medaille für Sie doch auf einmal wertvoll.

Da war sie mir sehr, sehr wertvoll. Aber ich konnte mich noch nicht damit identifizieren, auch weil ich nicht Gold gewonnen hatte. Dann bin ich nach Hause gekommen, meine Freundin war da, meine Eltern und viele Bekannte. Alle wollten die Medaille sehen. Am nächsten Tag bin ich gleich nach New York zu den US Open. Dann habe ich erst gemerkt, wie wichtig eigentlich der Gewinn der Silbermedaille war. Ich war traurig, dass ich meine Medaille zu Hause gelassen hatte. Ich habe natürlich viele Fotos gehabt von meiner Medaille, die hatte ich immer bei mir und habe sie natürlich jeden Morgen und jeden Abend angeschaut. Das Erste, was ich gemacht habe, als ich aus New York wiederkam: direkt zur Medaille, erst mal angeguckt und umgehängt.

Haben Sie sich bisher verstellt? So wie nach dem Finale hat man Sie noch nie gesehen, Sie haben Ihr Innerstes nach außen gekehrt. Bisher galten Sie eher als unnahbar und auch als arrogant.

Klar war ich ein bisschen verschlossener, ein bisschen unsicherer. Aber ich bin älter und reifer geworden. Ich habe viele Gespräche mit Steffi Graf und Andre Agassi geführt. Im Februar oder März haben wir uns unterhalten. Ich hatte gerade eine schwere Phase, viermal hatte ich in der ersten Runde verloren. Steffi meinte einfach: Geh raus auf den Platz, hab' Spaß, genieß es. Dann kommt alles andere von ganz alleine. Das sagst du so einfach, habe ich dann zu Steffi gesagt, wie soll ich das umsetzen? Aber diese Gespräche haben mir sehr geholfen.

Hat Olympia Ihre Einstellung verändert, sei es zum Leben oder zum Sport?

Jetzt weiß ich, wenn ich morgens bei minus zehn Grad um sechs Uhr zum Laufen aufstehe, warum ich aufstehe und warum ich trainiere. Ich bin ja erst 27 und kann noch locker fünf, sechs Jahre spielen. Früher hatte ich zu viel von der Einstellung: Ich muss. Ich bin halt ein Energiebündel und ein Nervenbündel. Und manchmal will ich einfach zu viel. Aber dann kam Athen. Das ist mein größter Erfolg, den kann kein Grand-Slam-Titel übertreffen. In diesem Match sind so viele positive Dinge passiert, die ich für den weiteren Verlauf der Karriere mitnehmen kann.

Was sind denn diese Dinge?

Dass man durch Kämpfen viel erreichen kann. Wenn der Rainer platt war, habe ich ihn aufgebaut. Und wenn ich nicht gut war, hat er die Punkte gemacht.

Ist der Daviscup zu vergleichen mit Olympia, weil es auch um das Team geht?

Das war die größte Enttäuschung nach Athen, dass ich nicht beim Daviscup in Bratislava gegen die Slowakei mitspielen konnte. Ich hatte extra die Sachen waschen lassen, die ich auch in Athen anhatte. Beim Daviscup ist die ganze Mannschaft zusammen, da kommt der Olympiagedanke wieder. Dann habe ich mich bei den US Open im Achtelfinale gegen Tim Henman am Handgelenk verletzt und musste im fünften Satz aufgeben. Als ich zu Hause war, habe ich gleich angerufen und gesagt: Passt auf, ich kann nicht spielen, aber ich bin dabei, ich komme mit. Ich will das Team unterstützen.

Dabei hatten Sie früher gar keine Lust auf Daviscup.

Ich habe andere Prioritäten gesetzt. Es hat sich so entwickelt. Priorität haben jetzt Olympische Spiele und Daviscup. Das ganze Jahr bist du allein unterwegs, mal mit der Freundin, mal mit dem Trainer und dem Physiotherapeut, mit einem kleinen Kreis. Woche für Woche, Tag für Tag. In Athen habe ich gemerkt, wie schön es ist, wieder in so einer Mannschaft zu sein.

Wären Sie gerne Mannschaftssportler?

Sehr gerne. Bei Hannover 96 habe ich einmal mittrainiert, da hatte mich damals Fredi Bobic eingeladen. Mein Traum ist, irgendwann ein Spiel in der Bundesliga zu machen, einfach für zehn Minuten eingewechselt zu werden, schön Rechtsaußen. Ich habe ja Fußball bis zur C-Jugend gespielt. Dann ging es darum: Niedersachsenauswahl oder Tennis? Da stand ich mit 15 oder 16 zum ersten Mal vor einer großen Entscheidung. Ich habe gedacht, Fußball ist vielleicht ein bisschen gefährlich, wenn sie so reingehen.

Sie wollen noch ein paar Jahre Tennis spielen. Haben Sie das Spiel Ihres Lebens nicht schon gemacht?

Emotional gesehen auf jeden Fall. Dass in einem Match so viele Höhen und Tiefen vorkommen, das kann ich jetzt schon sagen, wird nie wieder geschehen.

I'll try to translate it step-by-step the next time so that everybody can read this great interview it in English.

knight_ley 10-20-2004 04:12 PM

Re: Kiwi interview
 
that would be awesome if you could translate! i put it thru a translator so i have a rough idea of what they were talking about but yea....... You're great... you know that? You are :kiss:

Neely 10-20-2004 11:13 PM

Re: Kiwi interview
 
English version

Quote:

"This defeat was my biggest success"

The tennis pro Nicolas Kiefer was said to be arrogant and aloof. The he lost the Olympic doubles final and emotionally moved the whole nation when he cried.
An interview with a changed person.


Herr Kiefer, the doubles final was one of the most emotional highlights of these Olympic Games, it was a drama in the middle of the night. You and Rainer Schüttler had four match points against the Chileans Nicolas Massu and Fernando Gonzalez and you still lost. How often are you thinking of this?

Virtually every day. I enter my flat and the first thing that I see is my silver medal.

Where do you keep it?

That's different. Most of the time I have it in the living living room, but also in the workroom or in my sleeping room. I take it with me where I am. Then I look at it and I'm thinking: silver medal - it could have been as well a different colour. But what would have happened if we won 6:1 6:1 6:1? Then I would have never experienced these emotions.

Why was this match all of a sudden so emotive? For tennis players Olympic Games are rather unimortant, aren't they?

I was looking forward to Athens the most of all because I could trade pins there, but not because I'm playing tennis there. I already knew that from Sydney: every country has its own pin and you can trade that with athletes of other countries. I felt at once very comfortable at the Olympic Village because the whole team was together. I knew perhaps ten people. But all of them wore this Germany suit and you could see who were your people. With the final, I couldn't do anything with it at the beginning. I was in so many finals, but I couldn't get a proper feeling for it what it really means. Not until one quarter of an hour I really realized what it means, that it is worth a lot.

Can you still remember the end of the match?

Match point, the return of Rainer was out, and then... we couldn't say anything, we headed directly towards the locker room, broke down all rackets, everything the full program. Normally I'm trying to stay quiet after a defeat. But if we had even more rackets I would have smashed them as well.

Then came the winners ceremony.

I'd liked it best if I didn't even go there out. On the court you're thinking: that's not possible, if you just make one of these four match points then you are standing in the middle of this platform. Then we go out on the court and we stand behind this frigging silver medal ring. I don't know how many tears I cried.

Did you feel embarassed that so many people saw you crying?

At best I wouldn't have cried, but that was not possible. I couldn't hold it back. Something like that never happened to me before. I wanted this gold medal any price. This passing shot at 6:2 in the tiebreak, the first match point. I was returning the serve and I said to Rainer: Look out, if I return crosscourt, then you change the side. And Gonzalez swung at it and hit exactly the line. This shot can be a homerun, it can go out for good or only a little bit, but he exactly hit the line. Such a little piece was missing (clicks his fingers indicating it). That's the most disappointing thing.

How often did you watch the match on tape since then?

I can't saw how often. But the ball doesn't go out, it is again and again on the line. I can't change it anymore.

Did your relationship to Rainer Schüttler change because of this experience in Athens?

The first time we met again in New York at the US Open. I went into the locker room, I saw Rainer and thought what I shall do now? Rainer probably thought the same at this moment. I looked at him, he looked at me and started laughing first. That was the first thing. We simply laughed and said: Hey, silver medal, it was close, this volley here and there. What can you do about it? It's a pity that we had never the time to properly celebrate after the final. Not only with Rainer, also together with the whole team.

Would you have been in the mood to celebrate at all?

Not in this moment. This was a strange situation. We were eating all together in the cafeteria of the Olympic Village at four o'clock at night in a room that was twice or three times as big as a football field. Our silve medal meal was a piece of pizza and ribs, we clinked glasses with cola.

Did you talk while eating?

Rainer and I couldn't talk. We looked at each other and were just shaking our heads. I didn't sleep since the morning. I had the medal in my tennis bag. Three hours later my flight already went back to Germany. I was sitting in the terminal hall of the airport and I noticed that I'm getting tired. I had my hand always on my bag that nobody touched it. Every five minutes I woke up and looked if everything is still there.

So all of a sudden the medal was of value for you.

Yes, it was very, very valuable for me. But I couldn't indentify with it yet because I didn't win gold. Then I arrived at home, my girl-friend, my parents and lots of relatives and friends were there. All of them wanted to see the medal. The next day I'm immediately off to the US Open. Then I noticed how important the win of this silver medal really was. I was very sad because I left it at home. Of course I had lots of pictures of my medal that I had with me and I looked at them every morning and every evening. The first thing that I did as I came home from New York was going straightforward to the medal, viewing it and then putting it on around my neck.

Did you hide who you are so far? People never saw you like that after the final, you showed your innermost feelings for your outside world. So far you were rather said to be arrogant or aloof.

Sure I was a bit more closed and a bit unsure. But I became older and more mature. I also talked a lot with Steffi Graf and Andre Agassi. We met in February or March. I was having a difficult stretch then, I lost four times in the first round. And Steffi simply said: Go out there on the court and have fun, enjoy it. Then everything came by itself. And I said to Steffi that it's easy to say that, but I had no idea how to realizse it on the court. But still these talks helped me a lot.

Did the Olympic Games change your attitude towards life or sports?

When I getting up for running practise at 6 o'clock in the morning and minus 10 degrees celsius I know now for what I'm getting up and why I'm practising. I'm still only 27 and I can yet play for five, six years. Formerly, I had to more things the "you have to" attitue. I'm a bag of energy and a bag of nerves at the same time. And sometimes I want something too much. Then came Athens what is my biggest success so far and even a Grand Slam match couldn't top this. So many positive things happened in this match and I can use them for my future career.

And what are these things?

That you can reach a lot with fighting. If Rainer was down I motivated him again. And I was down, he made the points.

Is Davis Cup comparable to Olympic Games because there also the team matters?

That I couldn't play in Davis Cup in Bratislava against Slovakia, that was the biggest disappointment after Athens. I even had washed the same clothes that I was wearing in Athens. At Davis Cup, the whole team is together, this reminds me of the Olympic spirit. Then I got my wrist injured in fifth set of the fourth round against Tim Henman and had to retire. When I was back home I immediately called and said: Okay, I can't play, but I will accompany the team. I wanted to support the team.

Formerly you were known as not having much interest in Davis Cup.

I set other priorities. It developped so. Now Olympic Games and Davis Cup have first priority. You are an alone player the whole year, sometimes with your girlfriend, with the coach, with the trainer, with a small selection of people. Week and week, day and day. In Athens I felt how fine it is to be part again of such a team.

Would you like to do a team sport?

Yes, I would like that very much. I practised with the team Hannover 96 once, Fredi Bobic invited me for that. My dream is to play a game some time in the Bundesliga; just being subsituted for 10 minutes and playing on the right wing. I played football until "C-Jugend" [I guess that's the class not older than 14...] And then I had to decide between football and tennis. That was my first big decision in the age of 15 or 16. I thought that football is perhaps a bit dangerous and physical with all the tacklings.

You want to continue playing tennis for some more years. Didn't you already play the match of your life?

Yes, emotionally for sure. I think that's a safe thing if I say that I will never play again one match with so ups and downs.

kiwiteami 10-21-2004 12:50 AM

Re: Kiwi interview
 
Thanks a lot Neely,you are a huge help. :worship:

knight_ley 10-21-2004 02:25 AM

Re: Kiwi interview
 
i love you neely...... :kiss:

it makes me sad again to hear him talk about his emotions that night... :sad: it just breaks my heart all over again....

pryss 10-21-2004 03:09 AM

Re: Kiwi interview
 
thanks neely...oh this is making me happy/sad/emotional/strange all at the same time....i love nicolas :)

Neely 10-21-2004 05:15 PM

Re: Kiwi interview
 
I just had some minutes and updated another few questions. The rest will also come soon, I guess....

Tommy'sGF 10-31-2004 01:10 AM

Re: Kiwi interview
 
thanks Neely ! great interview!!

Neely 10-31-2004 03:29 AM

Re: Kiwi interview
 
This is an original version of an article about Kiwi in a big German newspaper as it was published after his French Open 1st round win in 2003.

As you see it's not tooooo long ago, but it illustrates well his horrible and -to some part- his hopeless situation back then because the disappointments of 2002 and of early 2003 have been very great.


German version

Quote:

Der Erstrundensieg bei den French Open das einzig Positive für Nicolas Kiefer
Im Strudel immer tiefer nach unten

PARIS. Die Szene hatte etwas Symbolisches, und der Vergleich drängte sich geradezu auf. Nicolas Kiefer wollte gerade aufschlagen, als hinter Platz vier lärmend ein Glascontainer entleert wurde. Wer so weit an den Rand der Anlage in Roland Garros gedrängt worden ist, hat seine Karriere entweder noch vor sich oder schon hinter sich. Kiefer war einst die Nummer vier der Welt, nun spielt er auf Platz vier, dahinter kommen nur noch die Mülltonnen. Ist die Karriere also nur noch ein Scherbenhaufen?

Das Peinlichste konnte der 25 Jahre alte Holzmindener in dieser ersten Runde gerade noch verhindern. Nach drei Stunden und 23 Minuten hatte er den 28 Jahre alten Australier Todd Larkham 6:3, 6:3, 4:6, 2:6 und 6:3 besiegt. "Er hat es mir sehr schwer gemacht", sagte Kiefer. "Er ist der schlechteste aller Qualifikanten", hatte dagegen der Frankfurter Alexander Waske, die sich wie Larkham einen Platz im Hauptfeld erkämpft hat, vorher über den Australier behauptet. Solche Widersprüche fanden sich leicht. "Ich bin glücklich, wie sicher ich meinen Aufschlag zum 6:3 im fünften Satz durchgebracht habe", sagt Kiefer. "Gewonnen ist zwar gewonnen, aber so kann man nicht Tennis spielen. Das kann ihm keinen Spaß gemacht haben", sagte dagegen Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen entsetzt.

Kiefer gilt als ebenso ehrgeizig und trainingsfleißig wie beratungsresistent. Und er hat ein schlechtes Image, seit er sich auf einen Streit mit Boris Becker in dessen Zeit als Davis-Cup-Teamchef eingelassen hatte. Das gipfelte 1999 in einer Demütigung durch Becker, als der Kiefer bei seinem kurzen Comeback in Wimbledon in der dritten Runde vom Rasen fegte. Damals war Kiefer der Rebell, der die deutsche Erfolgsgeschichte trotzdem nahtlos fortzusetzen schien. Im selben Jahr erreichte er das Halbfinale bei der ATP-WM in Hannover, galt als die deutsche Kopie von Andre Agassi und hatte den ganz großen Wurf im Sinn: den Tennisthron.

Beständig ist seitdem nur der auch von von vielen Verletzungen begleitete Abstieg in der Weltrangliste (derzeit Platz 77) und Kiefers Mißtrauen gegenüber Ratgebern. Mittlerweile wollen und wollten ihm schon viele helfen. Becker kritisierte zuletzt in Hamburg ein fehlendes Spielkonzept und verstieg sich gar zu der Behauptung: "Ich mag den Jungen", was man nicht zwingend glauben muß. Aber auch Carl-Uwe Steeb, Michael Stich und nun Kühnen haben als Teamchefs ihre Erfahrungen gemacht. "Man bietet ihm Hilfe an, aber es kommt nichts zurück", sagt Kühnen, der den Kiefer von früher dringend gebrauchen könnte. An den erinnert aber nichts mehr. Erweckte Kiefer einst den Eindruck, jeden Ball doppelt so hart zurückschlagen zu wollen, so präsentiert er sich nun so mutlos wie drucklos. Die Körpersprache deutet auf totale Verunsicherung hin, und wer will, kann in den Augen Verzweiflung sehen. Die Statistik zählte 99 Fehler des Deutschen. "Was soll ich dazu sagen? Jeder hat das Spiel gesehen", sagte Kühnen.

Nur Kiefer hatte ein anderes beobachtet. "Ich habe teilweise auch aggressiv gespielt, manchmal sogar zu aggressiv." Immerhin ist eine Erkenntnis in Kiefer gewachsen. Glaubte er früher selbst beim kleinsten Erfolgserlebnis, schon wieder auf dem richtigen Wege zu sein, so sieht er seine Situation nun realistischer: "Ich kann es auch nicht ertragen zu sagen, aber ich brauche Geduld und Zeit. Ich muß mich erst einmal durchwühlen." Das aber wird im nächsten Spiel gegen den Hamburger Masters- Sieger Coria nicht reichen. Später schimmert der alte Kiefer wieder durch. "Ich habe gut trainiert" - ein Satz aus dem Standardrepertoire. Doch wie Becker bemängelt auch Kühnen, daß keine Spieltaktik erkennbar sei: "Er ist in einen Strudel geraten, der ihn immer tiefer herunterzieht. Er müßte dringend etwas ändern." Genau das will Kiefer natürlich nicht. "Ich bin sehr mit meinem Umfeld zufrieden", behauptet er. Als Trainer fungiert seit Anfang 2002 der 29 Jahre alte Marokkaner Farid Bentaous, ein unbekannter Coach aus der Tennisschule des ehemaligen Kiefer-Trainers Bob Brett.

Gelingt es Kiefer nicht, in den nächsten Wochen die Punkte des vergangenen Jahres zu verteidigen, drohen ihm Challenger-Turniere statt ATP-Veranstaltungen. Das zu verhindern, wird schwer genug. Im vergangenen Jahr stand er in Halle im Finale, erreichte die dritte Runde in Wimbledon. Dort hatte ihm Andre Agassi schon ein Jahr vorher nach dem direkten Aufeinandertreffen geraten, sein Spiel zu ändern, mehr zu wagen und nicht nur auf Fehler des Gegners zu hoffen. "Agassi ist der einzige auf der Tour, der mir Tips gibt", sagt Kiefer, der vor den French Open wieder mit dem Amerikaner trainiert hat. "Er ist ein Tennisfreund", sagt Kiefer. Sollte man nicht wenigstens auf Freunde hören?
English version

Quote:

Paris. This scene was symbolical and it almost forced some bad analogies. Nicolas Kiefer was just about to serve as behind the fences of court #4 a glas container was emptied. Somebody who is playing there, normally has either his career in front of him or already behind him. Kiefer was once ranked #4 in the world, now he is playing on court #4. Behind this court you only find the trashcans. So is the career only a pile of broken glass?

The 25 year old Holzmindener could barely escape the biggest embarassment in this first round. After three hours and 23 minutes he defeated the 28 year-old Australian Todd Larkham 6:3 6:3 4:6 2:6 6:3. "He made it very difficult for me", said Kiefer. "He is the worst of all qualifiers", said Alexander Waske, who as Larkham got into the main draw through qualies, about the Australian. It was easy to search for such contradictions. "I'm happy how easily I held serve to 6:3 in the fifth set", Kiefer said. "A win is a win, but you cannot play tennis like he did. This was never fun for him", said Davis Cup team captain Patrik Kühnen in contrast.

Kiefer is said to be ambitious and hard-working as much as he is said to be resistent to good advices. And he has a bad image since he had a quarrel with Boris Becker during his time as Davis Cup team captain. The peak was as he was embarassed by Becker as he was blew Kiefer off the court in the third round at Wimbledon 1999. Back then, Kiefer was a rebel who nevertheless seemed to continue the German tennis history without any break. He reached the semifinal of the ATP championships in Hannover and was said to be the German copy of Andre Agassi and was eying the big coup: the crown of tennis.

Since then, the only constant is the dropping in the rankings (currently ranked #77), partially also affected because of injuries, and Kiefer's distrust concerning advisers/advices. Many people tried to help him so far. Becker critizised a missing game plan in his play and he even claimed "I like this guy", what you do not necessarily have to believe. But also Carl-Uwe Steeb, Michael Stich and now Kühnen made their experiences. "You offer him help, but you get nothing back", Kühnen said, who could desperately need the Kiefer from former times. But nothing reminds of him anymore. When he once was giving the impression to hit back every ball twice as hard, so you could now think that he is discouraged and without pressure in his shots. The body language is displaying total uncertainty and who wants to, can also see the desperation in his eyes. That stats counted 99 errors for the German. "What should I say about that? Everbody saw it", Kühnen said.

Only Kiefer himself saw something different. "I partially played aggressive, sometimes even too aggressive." At least one conclusion has improved. Formerly, he thought after every smallest success that he is again back on the right track. He sees his situation differently now: "I also can't stand it right now, but I need patience and time. So long I must manage to stay around." But this probably won't be enough against the Hamburg TMS winner Coria. And after this match, the old Kiefer might come through again. "I was practising very well", a common standard phrase. Similarly to Becker, also Kühnen criticises that he has no game plan. "He got caught in a swirl and it's taking him deeper and deeper down. He badly needs to change something." And exactly that's what Kiefer doesn't want to do. "I'm very content with my environment", he claimed. Since the beginning of 2002 the 29 year-old Moroccan Farid Bentanous is with Kiefer; a rather unknown coach from Kiefer's former coach Bob Brett's tennis camp.

If Kiefer is not able to defend his points of the previous year during the next weeks, he is even in danger of having to play Challengers instead of ATP tournaments. To avoid that is already difficult enough. Last year he was a finalist in Halle, reached the 3rd round at Wimbledon. There Andre Agassi already told him the year before that he has to change his game, he has to risk more and waiting for the errors of the opponents is not enough. "Agassi is the only one on the Tour who gives me advices", said Kiefer who practised again with the American before the French Open. "He is a tennis friend", Kiefer said. Shouldn't we at least listen to friends?

Some parts are quite difficult to translate as lots of finesses that German language is offering are being used together with some metaphors but I hope it still makes sense in English ;)

Washa Koroleva 10-31-2004 09:00 PM

Re: Kiwi interview
 
Der Tennisprofi Nicolas Kiefer galt als arrogant und unnahbar.
The tennis pro Nicolas Kiefer was said to be arrogant and aloof.

but this isn't true, is it...
no one ever saw him that way!

Neely 10-31-2004 09:27 PM

Re: Kiwi interview
 
Keira, I know better, but somebody can't judge him any closer could really say that said about him. I also don't find everything he did in the past good, and yes, people can say his is arrogant because he doesn't have a "warm reception" for everybody immediately. He needs some time to show people his feelings and he doesn't always have this happy smile on his face like most other players when they are strolling over the facility. As we say in German: Er braucht eine gewisse Zeit um aufzutauen.

Space Cowgirl 10-31-2004 09:37 PM

Re: Kiwi interview
 
Quote:

Originally Posted by Keira
Der Tennisprofi Nicolas Kiefer galt als arrogant und unnahbar.
The tennis pro Nicolas Kiefer was said to be arrogant and aloof.

but this isn't true, is it...
no one ever saw him that way!


Yes, this has been written many times in the newspapers here.
Thanks for that great report, Neely! It explains a lot to me of why Kiwi has had such a bad image in Germany up until recently. Falling out with the mighty Boris is a bad career move! But Kiwi would have to take some of the blame too. I'm glad he found the right coach in time to rescue his career; Hogstedt has worked wonders

Neely 10-31-2004 10:02 PM

Re: Kiwi interview
 
Quote:

Originally Posted by Space Cowgirl
I'm glad he found the right coach in time to rescue his career; Hogstedt has worked wonders

That's really true.... and just by reading this a new idea for my signature comes to my mind ;)


BTW, I also have a very old, but quite extended interview from the "Spiegel" magazine. It must be dated from 1999 if I remember correctly. It is entitled with the headline quoting Kiwi "I may not be nice to anybody" and it is trying to show the thoughts of the Kiwi on- and off-court ;) and much more talk about the life as a tennis pro.

I have two free days on Monday and Tuesday. I'll try to provide it to you here some time that you all can read this old piece of literature ;)

Space Cowgirl 11-01-2004 05:18 PM

Re: Kiwi interview
 
Neely, you are doing a great job of turning me into a Kiwi fan! :worship: Please do post the Spiegel article, I would really appreciate it, thanks :wavey:

knight_ley 11-02-2004 02:45 AM

Re: Kiwi interview
 
Quote:

Originally Posted by Neely
BTW, I also have a very old, but quite extended interview from the "Spiegel" magazine. It must be dated from 1999 if I remember correctly. It is entitled with the headline quoting Kiwi "I may not be nice to anybody" and it is trying to show the thoughts of the Kiwi on- and off-court ;) and much more talk about the life as a tennis pro.

I have two free days on Monday and Tuesday. I'll try to provide it to you here some time that you all can read this old piece of literature ;)

That would be amazing! i'd love to read that too! :kiss: you are the greatest Neely :)


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